Fünf Jahre Feintuning

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Für die Leistung sorgte ein Asch82T: ein 14-Zylinder-Doppelsternmotor mit 42 Liter Hubraum. In einer Iljushin 14 mit einem Vierblatt-Propeller eingesetzt, leistet dieser Typ 1900 PS. Für den Vortrieb der FW 190 war zwar herstellerseitig ein Dreiblatt-Propeller geplant, zusätzlich beschaffte MeierMotors 2007 einen originalen Vierblatt-Propeller der Il-14, den man überholen, kürzen und lackieren ließ. Eine sichere Bank für die Flugerprobung – was eine Il-14 tausendfach in die Luft brachte, konnte nur eine gute Kombination sein.
Das Ölsystem entwickelte MeierMotors komplett neu, dazu wurde ein 126 Liter fassender Öltank verbaut. Die Ölkühlung via Ringkühler und Lüfterrad wurde verworfen, weil der Asch82T nicht wie der BMW 801 über ein entsprechendes Getriebe verfügt, um den Lüfter mit erhöhter Drehzahl zu betreiben. Die Ölkühler wanderten in die Tragflächen, die Kühleinläufe in die Nasenleiste des Tragwerks. Ebenfalls wurden die Cowling und der Cowl-Ring neu aufgebaut, verstärkt und in der Luftführung optimiert. Um die Luftführung weiter zu verbessern, wurde die Auspuffanlage angepasst. Die Flugerprobung dieses Jahr gab den Flugzeugbauern recht: Zylinderkopf- und Öltemperaturen lagen stets im grünen Bereich.
Auf die Umbauten im Kühlsystem folgte ein kompletter Neubau der Benzinversorgung. Aus Sicherheitsaspekten wurden in das Flugzeug 650 Liter fassende, maßgefertigte Gummitanks mit nicht brennbarem Gewebe eingebaut. Die Triebwerksansteuerung wurde ebenfalls neu konstruiert. Die elektrische Propellerverstellung musste einem mechanischen Verstellmechanismus weichen, bei der Überarbeitung des Fahrwerks wurde die Bremsanlage verfeinert. Neben den Verstärkungen diverser Verkleidungsbleche erhielt auch die Höhenruderflosse eine dem Original entsprechende Überarbeitung. 

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Fünf Jahre Feintuning (Fotos Matthias Dorst)
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