Neuer Stern am Warbirdhimmel

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Erste Erlebnisse
Mit Jurgis Kairys am Steuerknüppel hob die I-16 am 22. Mai 2009 vom Flugplatz Lachen-Speyerdorf ab, der mit seiner ausreichend langen und breiten Grasbahn ideale Voraussetzungen bietet. Anschließend hatte Thomas Jülch das Vergnügen: »Der erste Start war kein Problem, wie auch die Landung – aber die nächsten Landungen«, erinnert er sich. Und dann erzählt er von der schlechten Sicht aus dem Cockpit während des Rollens und der Landephase sowie dem empfindlichen Fahrwerk. Aus diesen Punkten leiten sich die selbst auferlegten Mindestanforderungen ab: Grasbahnen müssen mindestens 800 Meter, Asphaltrunways 1000 Meter lang sein – und selbstverständlich gibt’s auch eine maximale Seitenwindkomponente.
Jülch bevorzugt auch einen Beobachter in der Nähe des Aufsetzpunktes, der ihm per Funk mitteilt, falls er mit der »Ishak« im letzten Teil des Endanfluges nicht genau auf die Bahnachse ausgerichtet ist.
Wie sieht es mit der Geräuschkulisse aus? Natürlich sind »der Wind und der Lärm ohne eine geschlossene Kopfhaube nicht zu übertreffen», berichtet er von seinen Flügen, aber wenn man die I-16 unterhalb ihrer maximalen Leistungsgrenzen fliegt, ist es zu ertragen.

Flink und wendig
Exzellente Manövrierfähigkeit und Wendigkeit zeichnen den russischen Warbird laut Jülch aus. Erstere ist im Schwerpunkt begründet, der bei etwas über 30 Prozent der Bezugsflügeltiefe liegt. Letztere wurde dem Inhaber oft bei Airshows von Piloten bestätigt, die noch mit ihren Messerschmitt Bf 109 gegen die »Rata« gekämpft haben. Vom »Spitzwenden auf der Fläche« ist dann oft die Rede.
Jedoch erschweren die großen Steuerflächen das Fliegen eines sauberen Loopings, da dieser schnell überrissen ist. Sie haben auch einen direkten Einfluss auf die Steuerkräfte und die Bewegungen am Steuerknüppel, der bei hohen Geschwindigkeiten weit nach vorne gedrückt und bei der Landung entsprechend nach hinten gezogen werden muss. Eine fest einstellbare, elfstufige Trimmung sorgt für erträgliche Steuerkräfte. Dies ist beispielsweise ab 400 km/h aufwärts möglich, wirkt sich allerdings negativ auf das Steuern beim Landen aus, sodass Thomas Jülch sich momentan für ein Optimum bei 230–250 km/h entschieden hat, um die Maschine im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich stets optimal im Griff zu haben.

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Rarität mit Eigenheiten (Fotos Andreas Zeitler)
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