Neuer Stern am Warbirdhimmel

Seiten

Glück und viel Papierkram
Der einzige Ort, um noch eine flugfähige I-16 aufzuspüren, war die Alpine Fighter Collection (AFC) in Wanaka, die jahrelang sechs Exemplare betrieben hatte und sie nun Stück für Stück veräußerte (siehe Kasten S. 43). Und tatsächlich: Eine Letzte gab es noch zu einem vernünftigen Preis zu kaufen! Das Geschäft war schnell gemacht. Doch mit Kauf, Verschiffung und Zusammenbau des Vogels allein war es nicht getan: Viel Schweiß und Geld waren noch nötig, bis die I-16 in Deutschland zugelassen werden konnte, und zwar in der Klasse der einmotorigen Flugzeuge mit einer maximalen Abflugmasse bis zwei Tonnen als »D-EPRN« – mit der Anspielung auf die »Polikarpov Rote Neun«.
Die Begleitpapiere der »Ishak« waren in einem hervorragenden Zustand. Äußerst wichtig für die Zulassung, denn die AFC forderte vom Hersteller dieser restaurierten Originale, dem SibNIA (Siberian Aeronautical Research Institute) zusammen mit dem Flugzeug eine Dokumentation, die den Vorgaben des RAR (Russian Aviation Register) entspricht. Diese Dokumente ähneln den Anforderungen der amerikanischen FAR (Federal Aviation Rules), sodass ein Übertrag auf andere Luftfahrtbehörden erleichtert wird. Zusätzlich stellte das SibNIA ein Zertifikat aus, das technische Unterstützung für die Lufttüchtigkeit der Maschine über deren gesamte Lebensdauer garantiert. Gute Voraussetzungen also für den Gang zum Luftfahrt-Bundesamt.

Diverse Extras
Obwohl bei der Restaurierung in Russland das Flugzeug so original wie möglich gehalten werden sollte, flossen doch einige Modifikationen ein, um die Zelle den heutigen Anforderungen anzupassen. Die Holzoberfläche wurde auf der Außen- und Innenseite mit einer Glasfaserschicht überzogen, um die relativ empfindliche Haut vor Witterungseinflüssen zu schützen. In Neuseeland warteten noch ein Peilsender und ein Funkgerät. Vor den ersten Flügen in Deutschland wurden aus Gründen der Flugsicherheit einige Fluginstrumente direkt hinter der Windschutzscheibe angebracht, da die Anzeigen weit hinten im Cockpit untergebracht sind (siehe Foto S. 43) und während der Landung nur schwer ablesbar sind, bei Gegenlicht sogar fast überhaupt nicht. Zusätzlich fand auch ein Beschleunigungsmesser (g-Meter) seinen Weg auf das Instrumentenbrett, und die Cowling wurde durch ein Bauteil aus verstärktem, luftfahrttauglichem Duraluminium ersetzt.

Seiten

Rarität mit Eigenheiten (Fotos Andreas Zeitler)
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Curtiss P-40C

In China glänzte die P-40 bei den »Flying Tigers« gegenüber den japanischen Jägern und Bombern, während sie in Russland zum reinen Arbeitstier degradiert wurde. Die... mehr >

Lockheed F-104 »Starfighter«

Ich traf Manfred Jacob in einer einmotorigen Schulmaschine. Er war dabei, sich wieder »einzu­fummeln«, wie er sagte. Wieder? Ja, er habe vor 32 Jahren zuletzt ein... mehr >

Neuer Stern am Warbirdhimmel

Klein, aber oho! Im Frühjahr 2009 fand eine echte Rarität ihren Weg nach Deutschland: eine von weltweit nur sechs flugfähig restaurierten Polikarpov I-16 »Ishak«. Von... mehr >