Lockheed F-104 »Starfighter«

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Auch ihn packten irgendwann die alten Sehnsüchte, und er begann, 1985 Bauteile des Starfighters zu sammeln. Den ersten Anstoß gab das Rotorblatt eines Hubschraubers, das ein Ortsbewohner bei einer feuchtfröhlichen Wette gewonnen und Josef Voggenreiter vermacht hatte. Das hing an der Wand in seinem Büro und hielt Erinnerungen wach. Und dann bestätigte sich, dass alle Männer zum Jäger und Sammler geboren sind: Was sich an Flugzeugmaterial vor allem aus den Beständen des Starfighters fand, wurde dankend genommen und aufbewahrt.
Nun ist ein Flugzeug für einen Liebhaber nicht die Summe einzelner Bauteile, sondern ein magisches Wesen, etwas Lebendiges mit einer faszinierenden Ausstrahlung. Für einen Piloten gehört zwangsläufig die Bewegung dazu. Ein Techniker kann sich auch an der majestätischen Gestalt des stehenden Objektes berauschen, am besten täglich. Aus Einzelteilen entstand eine Sammlung ganzer Flugzeuge, die ihresgleichen sucht (siehe Museumstipp S. 58).

Dieses Museum strahlt so viel sympathische Zuneigung zu seinen Ausstellungsstücken aus und eine so persönliche Atmosphäre, dass der Besuch auch für einen zivilen Verkehrspiloten wie mich zu einem faszinierenden Erlebnis wird. Und erst recht natürlich für jeden ehemaligen F-104-Fighter wie Manfred Jacob, der mir gesteht, noch immer beim Einsteigen in das alte Cockpit Herzklopfen zu bekommen – auch wenn es fest mit dem Fußboden verankert ist.

Der Adrenalin-Spiegel ist immer noch hoch, als wir auf dem Flugplatz von Vilshofen  wieder in die Jak-52 steigen und uns bei herrlichstem Wetter auf den Rückflug freuen. Kunstflug war auf dem Hinflug wegen der noch vollen Außentanks nicht drin gewesen. Aber jetzt verabschieden wir uns beim Überflug des Museums mit einer Rolle von unserem Gastgeber und seiner beeindruckenden Sammlung.

Und vor der Landung in Neustadt an der Aisch zieht Manfred Jacob noch einmal alle Register seines Könnens. Jetzt ist  die Maschine leicht genug für alle Figuren des Kunstfluges und die Insassen ohnehin schon seit Stunden hoch motiviert für Turns, Rollen und Loopings, und auch der Rückenflug darf nicht fehlen. Das Fliegerherz lebt wie zu Beginn der Karriere in Sheppard und hat die Pause von 32 Jahren schadlos überstanden. Und wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, säße Manfred Jacob schon morgen wieder im Cockpit seiner geliebten F-104 G, um den Throttle ganz weit nach vorn zu schieben, dorthin, wo der Nachbrenner gezündet wird.  

Noch mehr Bilder und Infos finden Sie im Heft.
 

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Fotos: H. Lage/M. Jacob/J. Voggenreiter
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