Lockheed F-104 »Starfighter«

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Zusätzlich leistet ein Nachbrenner einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen des Konstruktionsauftrages, ein leichtes und äußerst leistungsfähiges Kampfflugzeug zu bauen. Über 30 Jahre lang wurde dieses Triebwerk in verschiedenen Modifikationen produziert und in der Convair 880 und 990 (Coronado) auch zivil genutzt. Mit diesem Silberpfeil im Tiefflug bei beständig schönem Wetter über der Wüste von Arizona entlangzudonnern, begeistert die jungen deutschen Nachwuchsfighter täglich neu. Irgendwann aber ist die Ausbildung, diese Mischung aus Stress und Spaß, aus höchster Konzentration und fröhlicher Entspannung, beendet. Zurück in Deutschland durchkämmt Manfred Jacob von seiner Basis in Neuburg an der Donau aus noch fast fünf Jahre lang den bayerischen Luftraum mit Ausflügen in das südlichere Europa, nach Sardinien, Izmir in der Türkei und Getafe in Spanien.

Schluss mit Fliegen – für 32 Jahre
1973 ist die Zeit in der Luftwaffe um und damit auch das Fliegen – für 32 Jahre! Mit der Abfindung gründet Manfred Jacob in Mittelfranken eine Fabrik für Kunststoffverarbeitung, die er 2004 seinen Nachfolgern übergibt. Und damit beginnt der Unruhestand …

Im selben Jahr macht er in der Flugschule Gregor Stahnke in Altenburg die Kunstflugberechtigung und findet dort auch seine zweite fliegerische Erfüllung in der Gestalt einer
Jak-52 – kein Starfighter, aber ein voll kunstflugtauglicher Trainer russischer Abstammung. Und er gehört ihm. Und er sitzt wieder auf der Achse. Und ich auf dem zweiten Sitz dahinter, in 2000 Fuß Höhe auf dem Wege zu Josef Voggenreiter nach Niederalteich am Bayerischen Wald. Auch der hegt und pflegt eine ungebrochene Liebe für den Starfighter und kennt ihn in- und auswendig. Josef Voggenreiter war Erster Wart auf der F-104 und ebenfalls in Neuburg an der Donau stationiert. Auch er nutzte die Abfindung der Bundeswehr zum Start in ein eigenes Unternehmen, in diesem Fall jedoch in der Metall verarbeitenden Industrie.


Das alte Fliegerherz beginnt wieder höher zu schlagen, als er sich – inzwischen 63 Jahre alt – in Herzogenaurach bei der Frankenflugschule zum PPL einträgt. Die alte Militärlizenz wird dabei sogar als noch erneuerbar eingestuft, und nach wenigen  Flugstunden  darf er wieder allein ans Steuer einer Schulmaschine.
Bei seinen Ausflügen in die Umgebung lockt ihn vor allem der Platz von Hassfurt, denn dort steht eine kunstflugtaugliche Extra 200. Die will er fliegen. Zur Vorbereitung auf das Kunstflugtraining gönnt er sich ein Jahr später ein Erlebnis mit Klassikern: In Kissimmee, Florida, checkt er auf North American T-6 und P-51 Mustang ein und genießt als »Copilot« die dreidimensionale Freiheit mit Loopings, Rollen und Rückenflug.

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Fotos: H. Lage/M. Jacob/J. Voggenreiter
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