Gustav-Otto-Doppeldecker von 1912

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Hanickel sichtete zudem etliche sw-Fotos, die durch glückliche Umstände erhalten geblieben waren, und verwandelte jedes Detail des Otto-DD in eine saubere CAD-Arbeitszeichnung. Derart bewaffnet, konnte man sich an die handwerkliche Umsetzung wagen und den Segen der OUV (Oskar-Ursinus-Vereinigung) einholen.

Ein Göttinger Gö 123 kommt dem ursprünglich verwendeten Flügelprofil sehr nahe. Ein maßstabsgetreues RC-Modell benahm sich in der Luft recht anständig – bei erwartungsgemäß miserablem Gleiten. Die Triebwerkseinheit ist der verständlichste Kompromiss am Otto-DD. Die BMW-Abteilung Mobile Tradition stiftete einen 1,8-Liter-Automotor aus den 1960er-Jahren. Der 118 PS starke Vierzylinder wurde aus Ersatzteilen montiert und ist bislang erst auf dem Prüfstand gelaufen.

Allerdings fehlt diesem Triebwerk ein Herzstück, nämlich ein Planetengetriebe. Es soll die Drehzahl so weit herabsetzen, um einen Holzpropeller von erstaunlichen 2,7 Meter Durchmesser antreiben zu können. Noch existiert das Getriebe nur auf dem Papier. Aber bislang hat die Industrie aus München und dem Umland stets geholfen. So wurden bereits ungezählte Kleinteile für die Otto-Repro bei Flottweg auf CNC-gesteuerten Maschinen gefertigt.

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Nachbau Otto-Doppeldecker von 1912
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