Fliegender Intercity

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»Bealine-Bus«
Stärksts Zugpferd der Entwicklungsarbeiten war eine Ausschreibung der British European Airways (BEA) vom Dezember 1951. Darin forderte sie einen Helikopter, der wenigstens 30 Passagiere auf Kurzstrecken bis 420 km, vor allem zwischen Stadtzentren, befördern sollte. Interessanterweise hatte Fairey schon Anfang 1947 einen ähnlichen Vorschlag beim dafür zuständigen Ministry of Supply (MoS) eingereicht. BEA zeigte zwar sofort Interesse, wollte aber mehr Transportkapazität. So fasste Faireys projektierter »Bealine-Bus«, mittlerweile Rotodyne getauft, bis 1953 schließlich 40 Passagiere. Doch neben wachsenden Entwicklungskosten gab es ernste Probleme mit den führenden britischen Antriebsherstellern. Rolls Royce, Armstrong Siddeley und De Havilland weigerten sich, ihre Propellerturbinen für die Aufnahme der Zusatzkompressoren anzupassen – der Aufwand erschien ihnen zu unrentabel. Was Bennett derart verzweifeln ließ, dass er Fairey im gleichen Jahr den Rücken kehrte. Sein Nachfolger G.S. Hislop konnte dann eine einigermaßen fruchtbare Zusammenarbeit mit Napier Aero Engines Ltd. einfädeln. Die Rotodyne wollte man zunächst in einer experimentellen Ausführung für 40 Passagiere realisieren, Rotodyne Y genannt. Als Antrieb waren zwei Napier Eland NEl.3-Turbinen mit je 3000 PS vorgesehen. Die geplante Serienversion Rotodyne Z sollte deutlich größer und leistungsfähiger ausfallen. Im Juli 1953 gab das MoS zähneknirschend ob der sich abzeichnenden Kostenexplosion 780000 £ für den Bau des Rotodyne Y frei.

Umfangreiche Testprogramme
Die Maschine blieb Staatseigentum und konnte gegebenenfalls von den Streitkräften genutzt werden, weshalb sie die militärische Kennung XE 521 trug. Es war besonders die US Army, die Interesse zeigte. Nicht selten waren deren Sachverständige vor Ort. Die Royal Air Force (RAF) blieb dagegen zurückhaltender. Von der Gesamtkonstruktion her war die Rotodyne einfach und robust gehalten. Der kastenförmige Rumpf mit den aufklappbaren Hecktoren maß 17,88 m und bot reichlich Platz für Fracht wie Passagiere. Die beiden rechteckigen Tragflügel spannten 14,17 m und beinhalteten Tanks für 3300 Liter Kraftstoff.

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Fliegender Intercity (Fotos, soweit nicht anders angegeben, Fairey Aviation Company Ltd.)
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