Die Junkers F 13 kommt!

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So entstand der für die beabsichtigte zivile Anwendung modifizierte Entwurf der J 13, die später für den Vertrieb bei Junkers F 13 genannt werden sollte. Die Merkmale, die sich bereits in den Kriegskonstruktionen bewährt hatten, waren in erster Linie ein Fachwerk-Rohrgerüst für den freitragenden Flügel, das mit 0,3 mm starkem Duraluminium-Wellblech beplankt wurde, und das dicke Flügelprofil mit Platz für den Kraftstoff im Mittelteil.

Im September 1919 stieg die F 13 mit dem Namen »Annelise« und acht Personen an Bord auf 6750 Meter und stellte damit einen viel beachteten und verkaufsfördernden Weltrekord auf. Ein Novum, das in den 1920er-Jahren neben der Leistungsfähigkeit und Robustheit zur weiten Verbreitung der F 13 mit 322 zwischen 1919 und 1930 gebauten Maschinen (davon nur etwa ein Drittel für Deutschland) beigetragen hat, war die weitgehend problemlose Möglichkeit der Montage von Schwimmern oder Skiern. Daneben war die Maschine einfach und übersichtlich aufgebaut, was die Wartung stark vereinfachte. Verbaut wurden im Laufe der zehnjährigen Serienfertigung unter anderem Mer-cedes D III a (160 PS), BMW III a (185 PS) sowie die Junkers-»Eigengewächse« L 2 (265 PS) und zuletzt L 5 (310 PS).

Nur wenige haben überlebt
Weltweit gibt’s noch mindestens fünf originale F 13: jeweils eine Maschine in Museen in Budapest, Stockholm, Paris Le-Bourget, München (Deutsches Museum; neue Tragflächen und Leitwerk) und die »City of Prince George« in Berlin. Diese kanadische F 13 gle mit der Werknummer 2050 wird derzeit in Ungarn im Auftrag des Deutschen Technikmuseums Berlin (DTM) komplett wiederaufgebaut. Sie ist eine der letzten ausgelieferten Maschinen und wurde 1930 als CF-ALX in Vancouver zugelassen. 1933 stürzte sie beim Start ab. Erst 1981 schließlich konnte sie aus schwer zugänglichem Terrain geborgen werden und gehört seit 2006 als Leihgabe des Western Canada Aviation Museum zum Inventar des DTM. Erhalten geblieben sind der zerbrochene und stark lädierte Rumpf, Reste der Tragfläche und ein Schwimmer.

Potentes Trio – neues Projekt
Der laufende Wiederaufbau mit der Notwendigkeit zur exakten Vermessung und Nachfertigung von ganzen Baugruppen (die originalen Bauzeichnungen sind einst einem Wasserschaden im Keller des Hauses Junkers in Gauting zum Opfer gefallen) ließ bei einer Gruppe von Junkers-Enthusiasten die Idee keimen, bei dieser Gelegenheit ein Projekt zum Neubau einer flugfähigen F 13 zu starten. Das DTM will das Vorhaben dabei nach Kräften unterstützen.

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