Curtiss SB2C Helldiver der CAF

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Böse oder gutmütige Helldiver?
Die der West Texas Wing der CAF zugewiesene Helldiver wurde stolz als letztes fliegendes Exemplar dieses Typs genutzt, bis sie 1982 nach einer Motorstörung schwer beschädigt wurde. Nachdem sie sich bei der harten Landung »das Rückgrat« gebrochen hatte, glaubten viele nicht mehr daran, dass die Helldiver jemals wieder fliegen würde. Doch mit einem Aufwand von mehr als 200000 US-Dollar und einer Menge hingebungsvoller Arbeit durch Nelson Ezells Restaurierungsteam konnte die Bu 83589 im September 1988 wieder den Flugbetrieb aufnehmen.
Die Maschine, die derzeit eine der USS Franklin im Jahr 1944 zugewiesene Helldiver (Modell SB2C-4) repräsentiert, ist noch immer ein äußerst aktiver Warbird, der an vielen Airshows in den gesamten USA teilnimmt. Beim AirVenture Fly-In 2007 der Experimental Aircraft Association in Oshkosh, Wisconsin, erhielt die Helldiver sowohl den Judges Appreciation Award als auch den Judges Choice Award ­–­­­­ Most Rare Warbird, also seltenster Warbird. Auch wenn der Ruf der Helldiver als »Biest« während des Zweiten Weltkriegs eine Zeitlang durchaus gerechtfertigt gewesen sein mag, die derzeitigen CAF-Piloten der Helldiver sind da etwas anderer Meinung. Sie berichten, dass die SB2C-5 ein gut und angenehm zu handhabendes Flugzeug ist, sobald ihre Geschwindigkeit hoch genug ist. Die Steuerung ist relativ leichtgängig, doch die Rudertrimmung erfordert ständige Korrekturen bei Geschwindigkeitsänderungen. Die zahlreichen Flugzeugsysteme, die die Wartungsmannschaften während des Krieges auf Trab hielten, scheinen die Piloten bei Start und Landung beschäftigt zu halten. Enge Kurven bei Flugvorführungen erfordern hohe Leistung und erzeugen hohe g-Belastungen. Doch die Helldiver kann andere Träger-Bomber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs wie die SBD Dauntless und die TBF Avenger problemlos abhängen.

Bei den Touren von ihrem Heimatplatz Graham in Texas aus dient der geräumige Bombenraum als Lagerplatz für die PX – das ist der Warenvorrat, der zur Deckung des laufenden Betriebs verkauft wird. Außerdem findet darin die persönliche Ausrüstung der Zwei-Mann-Besatzung Platz.

Oft genug fungiert die Crew als »Fremdenführer«, die Besucher auf die Tragflächen steigen lässt, um einen Blick ins Cockpit und in den Gefechtsstand des Bordschützen werfen zu können und um Fragen zu dem als »Biest« bekannten seltenen Warbird zu beantworten. Auch wenn das »Biest« nie die Zuneigung erreichte, die ihre Vorgängerin, die »Slow But Deadly« – »langsame, aber tödliche« – SBD Dauntless noch immer genießt, eines lässt sich nicht leugnen: Die SB2C Helldiver wurde in größerer Stückzahl als die 5321-fach produzierte SBD gebaut und trug ihren Teil dazu bei, den Krieg im Pazifik zu gewinnen. Und sie blieb länger im Dienst.    
Frank B. Mormillo

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