Bloch MB 151 und MB 152

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Am 28. August 1938 absolvierte die MB 151-01 in Villacoublay mit Rodolphe Blanc im Cockpit ihren Erstflug. Im Laufe der Werkserprobung waren noch Verbesserungen nötig, beispielsweise musste der Schwerpunkt durch Verlängerung des Motorträgers weiter nach vorne verlagert werden. Das CEMA übernahm die Maschine am 8. September. Die dortigen Testflüge führten zu vergrößerten Leitwerken und einem geänderten Ölkühler. Als Höchstgeschwindigkeit waren 470 km/h erreicht worden. Ein dauerhaftes Problem blieb die Motorkühlung, die man trotz vieler Tricks nie völlig in den Griff bekam. Der ursprüngliche Fertigungsauftrag an SNCASO war zunächst auf 432 Flugzeuge reduziert worden, aufgeteilt in drei Lose. Die Produktion der MB 151 (und ihres unmittelbaren Nachfolgers) verteilte sich auf mehrere Werke: Châteaux-Déols, Bordeaux-Mérignac, Suresnes und Rochefort-sur-mer. Die Endmontage fand in Courbevoie beziehungsweise Châteaux-Déols statt. Die lediglich 144 gebauten Serienmaschinen hatten einen G&R 14N-35-Motor mit 920 PS Maximalleistung. Bewaffnet waren sie meist nur mit vier MAC 1934 MG, da Maschinenkanonen nicht ausreichend zur Verfügung standen.

Die ersten Flugzeuge kamen im März 1939 zu den Kampfverbänden. Dort zeigte man sich enttäuscht von dem Muster, denn der zu schwache Motor erlaubte kaum den effektiven Kampfeinsatz. Die MB 151 blieb deshalb nur eine Zwischenlösung, eingesetzt meist bei nachgeordneten Einheiten wie Industrieschutzstaffeln oder als Trainer. Einziger Exportkunde blieb Griechenland. Von den 25 bestellten Flugzeugen wurden aber bis Juni 1940  nur neun ausgeliefert.

Verbesserter Nachfolger MB 152
Bloch hatte die Schwächen der MB 151 offenbar früh erkannt, denn noch während der Bau der Vorserie lief, begannen die Arbeiten an der verbesserten MB 152. Erneut waren Flügelfläche und Spannweite leicht vergrößert; das Höhenleitwerk erhielt eine leichte positive V-Stellung. Beide Maßnahmen verbesserten vor allem die Langsamflugeigenschaften. Im Vergleich zum Vorläufer stieg das Leergewicht um 225 kg. Der Erstflug der MB 152 fand am 15. Dezember 1938 mit Blanc im Cockpit statt. Der G&R 14N-35-Motor wurde rasch gegen einen 14N-25 (max. 1120 PS) ausgetauscht, der später auch die ersten 144 MB 152 Serienmaschinen antrieb. Kopfzerbrechen bereitete die schlechte Steigleistung, sodass mit verschiedenen Luftschrauben experimentiert wurde.

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Bloch MB 151 und MB 152
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