Bloch MB 151 und MB 152

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Zurück beim CEMA erreichte die MB 150 damit im Dezember des Jahres 434 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das war keineswegs berauschend, und erneut besserte Bloch nach. Diesmal mit einem G&R 14N-01-Getriebemotor (940 PS) sowie leicht vergrößer­­­tem Flügel. Parallel dazu wurden beide Tragflächenkühler durch einen einzelnen Bauchkühler ersetzt. Mit der neuen Bezeichnung MB 150M kehrte das Flugzeug im Februar 1938 zum CEMA zurück, um kurz darauf mit einem 1135 PS G&R-14N-21-Triebwerk ausgerüstet zu werden. Während der weiteren Erprobung gab in erster Linie die relativ schlechte Wendigkeit Grund zur Beanstandung. Wahrscheinlich wäre die Geschichte des Bloch-Jägers hier zu Ende gewesen, hätte sich nicht die Produktion der MS 405/406 drastisch verzögert. Frankreichs ehrgeizige Luftrüstungspläne blieben zunehmend hinter der Realität zurück, weshalb bald jeder Strohhalm recht war. Am 7. April 1938 erhielt SNCASO darum einen Bauauftrag über 25 Vor- und 450 Serienflugzeuge. Wobei das Grundmuster verbessert sowie unterschiedlich motorisierte Prototypen ent­wickelt werden sollten, darunter auch einer mit Twin-Wasp-Triebwerk von Pratt & Whitney.

Zwischenlösung MB 151
Bloch war darauf nicht wirklich vorbereitet gewesen. Vor allem war die MB 150M kaum zur Massenfertigung geeignet. Ein Team unter der Leitung von Lucien Servanty musste deshalb quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: nämlich die Zelle des Flugzeugs im Gesamtaufbau vereinfachen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit durch verfeinerte Aerodynamik spürbar verbessern. Das so heranreifende Serienmuster mit der Bezeich- nung MB 151 fiel schließlich insgesamt etwas größer und schwerer als sein Vorläufer aus. Der hintere Rumpf bestand aus zwei fertigungsfreundlichen Leichtmetall-Halbschalen, während die beiden Tragflächentanks der MB 150 durch einen etwas größeren zentralen Treibstoffbehälter im Rumpf ersetzt worden waren. Die Tragflächen wurden vergrößert, die positive V-Stellung deutlich erhöht. Die Bewaffnung befand sich ausschließlich in den Flügeln und setzte sich aus zwei 20 mm S9 MK sowie zwei 7,5 mm MAC 1934 MG zusammen. Als Antrieb diente ein 910 PS G&R 14N-11-Motor. Das Triebwerk war um 2,5 Grad nach Backbord versetzt eingebaut, um das Drehmoment der Luftschraube etwas auszugleichen.

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