Bloch MB 151 und MB 152

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Schwer, hässlich, fluguntauglich
Auf eigene Kosten begann Bloch 1935 mit der Entwicklung eines modernen Jagdflugzeugs. Wann genau die Arbeiten an dem MB 150 genannten Flugzeug unter der Leitung von Maurice Roussel anliefen, liegt im Dunkeln. Bis Anfang 1936 jedenfalls nahm dieser wenig ästhetisch wirkende Tiefdecker in Ganzmetallbauweise Gestalt an. Als Antrieb diente ein 850 PS Gnome & Rhône (G&R) 14-Kfs-Sternmotor. Die Maschine war insgesamt robust, aber nicht gerade leichtgewichtig. Konstruktive Besonderheiten gab es keine. Bezeichnend war lediglich die relativ starke Bewaffnung von zwei 20-mm-Kanonen HS 404 von Hispano Suiza. Alles zusammen verlieh dem Flugzeugent-wurf hohe Nehmer- und Offensivqualitäten – was sich aber erst Jahre später wirklich zeigte.

Am 17. Juli 1936 sollte der Erstflug in Villacoublay beim Centre d’Essais du Materiel Aérien (CEMA) stattfinden, Frankreichs zentralem Testzentrum für Militärflugzeuge. Doch die Maschine war durch nichts vom Boden wegzubringen. Den C1-Auftrag hatte mittlerweile Morane Saulnier mit der MS 405 eingesackt, weshalb die weitere Entwicklung der MB 150 vorerst nur auf Sparflamme weiterlief. Stattdessen kämpfte Bloch erbittert gegen die anlaufende Verstaatlichung der Flugzeugindustrie. Was ihm letztlich nichts half, denn im Folgejahr wurde er zähneknirschend der Société Nationale de Constructions Aéronautiques du Sud-Ouest (SNCASO) eingegliedert. Obwohl er technischer Leiter und Herr seiner Entwürfe blieb, gründete er zusammen mit Potez später zusätzlich ein eigenes Entwicklungsbüro.

Zweiter Anlauf
Auf die ernsthafte Weiterentwicklung der MB 150 besann man sich erst Anfang 1937. Im weiteren Verlauf erhielt das Flugzeug vor allem strukturell modifizierte Trag­flächen. Anschließend kam es erneut ins nicht weit entfernte Villacoublay, wo dem Erprobungspiloten André Curval am 4. Mai endlich der Erstflug gelang. Zufrieden aber war man mit der MB 150 noch längst nicht und sie erhielt zunächst unter anderem ein neues Fahrwerk von Messier, das gleichzeitig ein geändertes Tragflächenmittelstück nach sich zog. Am 29. September 1937 stieg es erneut mit Curval an Bord in den Himmel. Nach wie vor konnte die Motorleistung nicht überzeugen, sodass die Maschine kurz darauf im Werk auf den etwas stärkeren G&R 14N-07 (890 PS) umgerüstet wurde.

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