Messerschmitt Bf 109 G-2 Rückkehr der »Gelben 3«

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Eine knifflige Aufgabe
Nun hieß es, die knifflige Aufgabe anzugehen, den inzwischen motorlosen Jäger abzulassen. Anfangs verlief alles glatt, doch die Kräfte waren letztlich zu groß – das Heck brach bei noch fast senkrechter Position der Maschine ab. Das alles geschah zu dem Zeitpunkt, an dem der Sicherungsgurt noch befestigt war, und – zumindest für das Bergungsteam – an einem Punkt, an dem das Rumpfvorderteil noch einigermaßen intakt blieb. Sofort begann ein Team vom Norwegischen Luftfahrtmuseum, das Flugzeug zu zerlegen und an vielen Teilen die ersten Konservierungsmaßnahmen vorzunehmen, bevor diese nach Bodø transportiert wurden.

Wie geht’s weiter?
Das Museum in Bodø hat entschieden, sein derzeitiges Restaurierungsprojekt, die Bf 109 mit der Werknummer 13470, zugunsten der »Gelben 3« zu unterbrechen. Denn die »Gelbe 3« dürfte viele brauchbare Teile für die Restaurierung liefern, zudem weist sie eine interessante Geschichte und ein bekanntes Farbschema auf. Über die Werknummer 13470, die wahrscheinlich abgestoßen wird, ist praktisch nichts bekannt.

Bereits beschlossen ist, die Tragflächen der »Gelben 3« nach Hereg in Ungarn zur Restaurierung zu geben. Dies bedeutet, dass die Tragflächen komplett zerlegt werden müssen, um so viele Teile wie möglich für die Restaurierung verwenden zu können. Besondere Aufmerksamkeit wird den Befestigungen der beiden 20-Millimeter-Unterflügelkanonen MG 151 der G-2 gegeben, die jedoch zum Zeitpunkt des Absturzes nicht angebaut waren. Wenn alles gut geht, wird das Rumpfheck in Deutschland restauriert. Der DB605-Motor der »Gelben 3« soll von einem Team vor Ort restauriert werden, sobald Werkzeuge und eine Werkstätte vorhanden sind.
   
RICHARD CHAPMAN

Mit Dank an Birger Larsen vom Norwegischen Luftfahrtmuseum in Bodø und an Klaus Livik, »Folla Dykkeklubb«, Rørvik.

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Keine einfache Aufgabe: Jetzt, nach fast 70 Jahren im Meerwasser, wurde die Bf 109 G-2 vor Norwegens Küste gehoben.
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