Messerschmitt Bf 109 G-2 Rückkehr der »Gelben 3«

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Überhaupt waren die Bergungsfachleute der Meinung, dass es relativ einfach sein würde, die »Gelbe 3« an die Oberfläche zu bringen. Doch weit gefehlt: Fast zehn Tonnen Windenkraft waren nötig, um das Flugzeug vom Meeresgrund zu lösen. Welche Last die Zelle dabei auszuhalten hatte, ist leicht vorstellbar, wenn man bedenkt, dass die »Gelbe 3« ein Leergewicht von gerade einmal 2,5 Tonnen aufweist. Man schätzt, dass mit dem Flugzeug 3,5 Tonnen Schlamm an die Ober-
fläche kamen …

Fang am Haken
Doch es zeigte sich, dass die Gurte, die den Motor an der Zelle hätten sichern sollen, nicht ausreichten. Die Folge: Die am Motor montierte 20-Millimeter-Kanone MG 151 durchbrach das Brandschott und ragte fast einen halben Meter in das Cockpit hinein. Dadurch wurde der Motor seitlich verschoben und die Kanone verkeilte sich im Brandschott. Auf dem engen Deck des Bergungsschiffs »Camilla« war es unmöglich, die Kanone freizubekommen, ohne dabei das gesamte Flugzeug zu gefährden. In diesem Stadium wurde entschieden, die Maschine über dem Deck senkrecht in der Schwebe zu halten, bis das Schiff Rørvik erreicht hat.

Doch der »Fang am Haken« hatte einen Nachteil: In dieser Position war es nicht möglich, den Sicherungsgurt, der um das Heck gelegt wurde, zu lösen, bis die Maschine am Kai herabgelassen worden war. Das Abseilen mit dem noch befestigten Gurt war wegen des schlechten Zustands des Hecks bestenfalls ein kalkuliertes Risiko. Doch weil man das Rumpfvorderteil als das wertvollste Teil des Flugzeugs ansieht, ging man das Risiko ein. Außerdem gelang es dem Team, die Kanone freizubekommen und den Motor auszubauen, bevor die »Gelbe 3« schließlich hinüber zum Kai geschwenkt wurde.

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Keine einfache Aufgabe: Jetzt, nach fast 70 Jahren im Meerwasser, wurde die Bf 109 G-2 vor Norwegens Küste gehoben.
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