Die »MesserSpit 109« des Fighter Command

Spitfire mit Balkenkreuzen an Großbritanniens Himmel in den 1950er-Jahren – das hört sich nach einer ziemlich schrägen Nummer an. Nick Stroud über die Hintergründe.

Die sechs schnittigen Jäger fliegen als klassischer Schwarm tänzelnd hintereinander her, die schwarzen Balkenkreuze auf ihren verkürzten Flügeln heben sich von dem dunklen Farbschema ab, das nur von den hellgelben Nasen und Propellernaben unterbrochen wird. Der Verband strebt einem Flugplatz in der Grafschaft Hampshire, etwa 50 Kilometer südwestlich Londons, zu. Es gilt, einen Angriff von De Havilland Mosquito abzuwehren. Minuten später drehen die sechs Jäger gerade noch rechtzeitig über dem Ziel ein, um zu verhindern, dass die Mosquito den lebenswichtigen Standort des Royal Aircraft Establishment in Farnborough zerstören.

Bad guys für eine gute Sache
Doch langsam! Deutsche Jäger, die einen Flugplatz im Herzen Englands vor einem Tieffliegerangriff durch Mosquito schützen? Was geht hier vor? Obwohl es sich augenscheinlich um deutsche Jäger handelt, werden sie von Rolls-Royce-Motoren angetrieben und von RAF-Piloten geflogen. Was steckt also dahinter? Anlass war die erste – und zugleich letzte – Nachkriegsausstellung in Farnborough am 7./8. Juli 1950. Damals erhielt die RAF Gelegenheit, ihre Ausrüstung vorzuführen, und zwar zu einem Zeitpunkt, der sich als Vorabend des Koreakrieges herausstellen sollte.

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Fotos: Charles E. Brown via Nick Stroud
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