Überraschungsfund

Fast 68 Jahre lang vermutete man eine abgeschossene Stirling vor der Nordsee-Insel Texel. Taucher stießen vor zwei Jahren auf ihr Wrack – Fundort und Fundstücke bergen Überraschungen … Von Roger Soupart

Die Nacht vom 25./26. Mai 1943: Die Crew der Stirling Mk.III, BK710, OJ-A der 149 »East India« Squadron in Lakenheath, ließ die Motoren an, um zu einem Bombenangriff auf Düsseldorf zu starten. An dem Großeinsatz beteiligten sich 323 Lancaster, 169 Halifax, 142 Wellington, 113 Stirling und zwölf Mosquito – eine Streitmacht von insgesamt 759 Bombern. Der Pilot Sgt. J. H. Uden zog die mit Brandbomben beladene Maschine um 23:44 Uhr von der Runway. Neben ihm waren noch sechs Mann an Bord: Bordmechaniker Sgt. L. G. Hadden, Navigator F/O W. E. L. Morse, Bombenschütze F/O H. S. Winchester, Funker Sgt. F. A. Williams, Rückenturmschütze Sgt. H. S. Scott und Heckschütze Sgt. C. J. Percival. Zwar erreichte die Stirling ihr Ziel, insgesamt galt der Angriff jedoch als Fehlschlag. Dichte Wolken erschwerten den Pfadfindern die Zielmarkierung, man nimmt zudem an, dass die Deutschen mit Täuschzielmarkierungen und künstlich gelegten Bränden arbeiteten: Der Verband verteilte sich über einen großen Bereich, die konzentrierte Bombardierung misslang. Düsseldorf kam mit 50 bis 100 zerstörten Häusern relativ »glimpflich« davon, etwa 30 Menschen verloren ihr Leben. Die Royal Air Force verlor bei diesem Einsatz 161 Mann, sieben wurden verwundet, und 27 gerieten in Gefangenschaft.

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Überraschungsfund (Fotos Roger Soupart)
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