Wetter-Lexikon: S

Samum

Trocken-heißer, staub- oder sandbeladener Wüstenwind in Nordafrika (Algerien) und Arabien, entsteht an der Vorderseite von Mittelmeertiefs oder durch lokale Hitzetiefs.

Schäfchenwolke

Als Ballen oder Walzen in Haufenform, oft mit schmalen deutlichen Lücken ("Schafherde von oben"); in 2,5-6 km Höhe. Unterscheidet sich von Cirrocumulus dadurch, daß die einzelnen Wolkenteile größer sind und auch Schatten (graue Stellen) aufweisen.

Schauer

Niederschläge von oft großer Ergiebigkeit, aber kurzer Dauer, die aus Cumulonimbus-Wolken fallen, deren Gipfel bei Temperaturen unter -10°C aus Eiskristallen bestehen. Kann als Regen, Schnee, Graupel oder Hagel auftreten; ist typisch für Rückseitenwetter. In den Tropen fallen auch aus warmen Quellwolken (mit Gipfeltemperaturen über 0°C) Schauerniederschläge. Stärkere Schauer aus vereisten Wolken sind oft mit elektrischen Vorgängen verbunden (Gewitter). Besonders heftige Schauer sind die Platzregen und Wolkenbrüche; ihre Stärke kann auch in Mitteleuropa 15-20 mm Regen/min erreichen.

Schichtwolken

Horizontale Wolken ohne große Helligkeitsunterschiede und Strukturen, die als Felder oder Schichten den Himmel völlig oder teilweise bedecken. Typische Schichtwolken sind Stratus, Altostratus, Cirrostratus und Nimbostratus.

Schnee

Fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen Eiskristallen (Schneekristallen) in Form von sechsstrahligen Sternen, Nadeln, Plättchen oder Säulen bei Temperaturen um oder unter 0°C. Die während des Fallens aneinander gelagerten Kristalle werden als Schneeflocken bezeichnet. Die Form der Kristalle ist von den Bedingungen in der Wolke (Temperatur und Feuchtigkeit) abhängig.

Schneefegen

Schnee wird vom Wind nur bis in geringe Höhen über dem Erdboden aufgewirbelt, sodass die Horizontalsicht nicht merklich herabgesetzt ist. Wird der Schnee bis in größere Höhen aufgewirbelt, sodass die Horizontalsicht sehr gering ist, spricht man von Schneetreiben.

Schneetreiben

Durch den Wind wird Schnee bis in größere Höhen aufgewirbelt, sodass die Sicht weniger als 1 km beträgt; erstreckt sich diese Erscheinung nur auf die aller unterste Schicht, so dass in Augenhöhe des Beobachters gute Sicht herrscht, spricht man von Schneefegen. Schneetreiben mit Schneefall vermischt nennt man Schneegestöber, wobei oft nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob wirklicher Niederschlag in Form von Schnee tatsächlich vorkommt.

Schwüle

Durch besondere Luftfeuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse gekennzeichnete klimatische Situation, die das menschliche Wohlbefinden beeinträchtigt; z.B. 80% und 20°C, 65% und 25°C, 45% und 30°C. Schwüle erschwert die Temperaturregelung des Organismus und kann in extremen Fällen zum Kollaps führen. Diese Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit und hoher Temperatur (Schwüle) ruft beim Menschen ein Gefühl des Unbehagens hervor, da der Schweiß nicht mehr verdunstet und kühlt.

Scirocco

Durch Kaltlufteinbrüche nach Nordafrika entstehen Tiefs, die nach Norden ziehen. Sie sind umso kräftiger, je größer die Differenz zwischen Kaltluft und heißer Wüstenluft ist. In ihren Warmsektoren gelangt trockene Warmluft ins Mittelmeer und mit ihr Sand aus der Wüste. Dadurch kann zuweilen die Sicht auf See unter einen Kilometer sinken. Ghibli, Chili oder Chamsin wird der warme trockene Wind bei den Arabern genannt. Durch Wasserdampfaufnahme über dem Meer wird er feucht. Die Italiener nennen ihn dann Scirocco.

Spiegeleis

Glatteis, das durch plötzlich auftretenden Regen bei Minustemperaturen entsteht. Fällt Regen aus relativ milder Luft in der Höhe in eine bodennahe Luftschicht mit Minustemperaturen hinein, unterkühlt dieser und gefriert beim Auftreffen auf den Erdboden schlagartig zu gefährlichem Glatteis, dem berüchtigten Spiegeleis. Bei einer längeren Fallstrecke durch die frostige Luftschicht frieren die Tröpfchen mitunter schon vor Erreichen des Erdbodens zu weniger gefährlichen Eiskörnern. Deren grob-körnige Struktur stört die Bildung von blankem Spiegeleis auf Wegen und Straßen.

Standardatmosphäre

Errechneter Mittelwerte von Druck, Temperatur und Dichte als Funktion der Höhe vor allem für die Luftfahrt erstellte standardisierte Atmosphäre. Als Ausgangswerte gelten: Luftdruck in Meeresninveau 1013,2 hPa, Temperatur in Meereshöhe +15°C, vertikaler Temperaturgradient 0,65°C je 100m Höhenzunahme. Höhe der Tropopause 11000m, Temperatur in der Tropopause und darüber konstant -56,5°C.

Starkregen

Starke Regenfälle, die in 5 Minuten mehr als 5 Liter pro Quadratmeter oder in 60 Minuten mehr als 17 Liter pro Quadratmeter ergeben. 1Liter/Quadratmeter = 1mm Niederschlag.

Stau

Ansammlung von Luftmassen an einem orografischen Hindernis (Berg, Gebirge), an dem die Luft zum Aufsteigen gezwungen wird, wobei es zu Wolkenbildung und Niederschlag kommt. Bei geeigneter Wetterlage fallen auf der Anströmseite der Gebirge, der Stauseite, oftmals meherer Tage lang anhaltende, ergiebige Stauniederschläge. Die höchsten gemessenen Niederschlagsmengen sind meist staubedingt, so z.B. auf Hawaii, in Tscherrapundschi (am Südhang des Himalaya), am Kamerunberg, u.a. In Europa treten typische Stauniederschläge im Alpenbereich auf, ferner am deutschen Mittelgebirge oder in Norwegen (regenreiche Westküste, regenarmes Südnorwegen).

Strahlstrom

Bezeichnung für die in etwa 10 km Höhe auftretenden Starkwindbänder, die Geschwindigkeiten bis 400km/h erreichen können. Auf jeder Erdhalbkugel treten zwei markante Strahlstromsysteme auf: 1. der Subtropenjet über dem subtropischen Hochdruckgürtel (verläuft in unserem Bereich etwa von den Kanarischen Inseln über Nordafrika zum Persischen Golf); 2. der Polarfrontjet in den gemäßigten Breiten, eng gekoppelt mit der Polarfront, dem Grenzbereich subtropischer und polarer Luftmassen, mit meist höheren Windgeschwindigkeiten und ständig wechselnder Position (im Vergleich zum Subtropenjet). Der starke Wind entsteht durch den starken Temperaturgradienten in der Frontalzone. Die sich dabei ausbildenden Luftdruckunterschiede sind am ausgeprägtesten in der Übergangsschicht von der Troposphäre zur Stratosphäre (in der Tropopause), so dass hier auch die stärkste Windgeschwindigkeit auftritt. Position und Stärke des Jet-Streams kann aus den Höhenwetterkarten bzw. der sog. Tropopause-Max-Windkarte entnommen werden. Die Isotachenanalyse wird in der Regel ab 60 Knoten Wind vorgenommen. Isotachen sind Linien gleicher Windgeschwindigkeit. Die Existenz der Starkwindbänder wurde erst im 2.Weltkrieg entdeckt.

Strahlungsfrost

Entsteht durch den Wärmeverlust der Erdoberfläche infolge großer Ausstrahlung bei trockener, ruhiger Luft und klarem Himmel. Die Ausstrahlung ist hierbei am größten unmittelbar am Erdboden, so dass hier die Temperaturen am tiefsten absinken. Zum Unterschied vom Strahlungsfrost wird beim Advektivfrost die Abkühlung durch herangeführte kalte Luftmassen verursacht. Häufig verschärft sich aber der Advektivfrost durch zusätzliche Ausstrahlung.

Strahlungsnebel

Bildet sich in klaren, windstillen oder windschwachen Nächten, wenn sich der Boden und die darüber liegende flache Luftschicht durch ungehinderte Wärmeausstrahlung gegen den wolkenlosen Himmel unter den Taupunkt abkühlt. Beginnt demnach als flacher Bodennebel, der mit zunehmender nächtlicher Ausstrahlung nach oben wächst, wobei dann die oberste Schicht des Nebels die Ausstrahlung übernimmt. Selten über 200m vertikal mächtig. Im Gegensatz dazu entsteht an der Obergrenze einer Dunstschicht der Strahlungshochnebel, der sich mit zunehmender Abkühlung bis zum Boden senken kann. Die Dunstschicht übernimmt hier anstelle der Erdoberfläche die Ausstrahlungsfläche.

Quelle: MeteoData