Wetter-Lexikon: K

Kalmengebiet

Gebiet, in dem weitgehend Windstille herrscht. Es existieren ausgedehnte Kalmengebiete, etwa um den Äquator innerhalb der Konvergenz, die schon sehr lange bekannt sind, da sie früher für Segelschiffe gefährlich werden konnten.

Kälterückfallv

In Mitteleuropa während der 1. Jahreshälfte auftretende, mehrerer Tage andauernde Wetterlagen, die für die betreffende Jahreszeit wesentlich zu niedrig Temperaturen bringen "Singularitäten"), z. B. "Eisheilige" (11. bis 14. Mai) und "Schafskälte" (zwischen 10. und 20. Juni).

Kältewelle

Im Winter mit Advektion von Kaltluft polaren oder osteuropäischen Ursprungs, die einen krassen Temperaturrückgang (von über 10°) verursachen kann und eine Periode kalter Witterung einleitet.

Kaltfront

Grenzfläche zwischen warmen und kalten Luftmassen, wenn kältere Luft die wärmere Luft am Boden verdrängt. Beim Durchzug einer Kaltfront dreht der Wind unter Auffrischen nach rechts (meist von SW auf NW), die Lufttemperatur sinkt plötzlich (Temperatursturz) und der Luftdruck beginnt zu steigen. Das Wetter nach Frontdurchgang: windig, kühl, häufig Regenschauer (das sog. Rückseitenwetter). Unmittelbar nach Durchzug einer Kaltfront ist es jedoch für einige Stunden wolkenlos infolge einer abwärts gerichteten Kompensationsbewegung in der Atmosphäre (postfrontale Aufheiterung; im Satellitenbild oft deutlich erkennbar).

Kaltluftsee

Ansammlung von kalter Luft in Tälern, Senken und Mulden, die dort bei Windstille stagnieren. Die durch Ausstrahlung an den Hängen einer Mulde entstehende kalte Luft ist schwerer als die sie umgebende und fließt in den tiefsten Teil der Mulde.

Kaltlufttropfen

Bezeichnung für ein Höhentief mit einem Durchmesser von 500-1000km und einem Kern aus sehr kalter Luft in der oberen Troposphäre (5-10km Höhe). Im Sommer meist mit starker Labilität und häufigen, heftigen Gewittern verbunden. Diese Schlechtwetterzone ist an keine Fronten gebunden.

Kleine Eiszeit

Von 1550 bis 1850 traten extrem kalte Winter und feuchte Sommer auf, mit Missernten und Hungersnot. Oft konnte man übers Eis der Ostsee von Lübeck nach Schweden gehen oder von Kopenhagen nach St. Petersburg. Das Bodensee-Eis war so dick, daß man es mit beladenem Fuhrwerk befahren konnte. Nach Erfindung des Thermometers im 17. Jahrhundert wurden regelmäßig die Meerestemperaturen gemessen. Diese Messreihen ergeben, daß der Golfstrom damals weniger warmes Wasser nach Skandinavien brachte als heute. Grönland und Island waren vom Packeis umschlossen.

Klima

Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre an einem bestimmten Ort. Als minimaler Beobachtungszeitraum für aussagekräftige Daten wird 30 Jahre angegeben. So wird gewährleistet, dass sich die kurzfristigen Schwankungen des Wetters gegenseitig aufheben.

Klimahütte

Aus weiß gestrichenem Lamellenwerk zusammengefügter Holzkasten von international genormter Bauart, der auf einem Gerüst genau 2 Meter über dem Erdboden fixiert wird. Er dient der Aufnahme meteorologischer Messinstrumente zur Ermittlung von Lufttemperatur- und Feuchte. Das Lamellenwerk ermöglicht eine gute Belüftung der Präzisionsinstrumente, ohne dass Sonneneinstrahlung die Messergebnisse verfälschen kann.

Komma

Im Satellitenbild erkennbare wirbelförmige Wolkenformation, die häufig in der Kaltluft auftritt und sich aus dem regelmäßigen zellularen Muster (verstärkte Cumulusbewölkung, engl. Fachausdruck: enhanced cumuli) abhebt; wird in der Satellitenmeteorologie wegen ihrer beistrichartigen Form als Komma bezeichnet. Solche in Kaltluft eingebettete Wolkenkonfigurationen treten häufig im Bereich eines Höhentroges auf (erhöhte Labilität, starke Neigung zur Verwirbelung); darüber verläuft meist der Jet-Stream.

Kondensationskerne

Bei grober Betrachtungsweise setzt die Bildung von Wassertröpfchen, also Kondensation, bei einer relativen Feuchtigkeit von 100% ein (Sättigung der Luft mit Wasserdampf). In Wirklichkeit sind diese Vorgänge jedoch wesentlich komplizierter. In absolut sauberer Luft kondensiert im Labor Wasserdampf erst bei einer relativen Feuchte von 800%! Derart hohe Übersättigungen kommen in der Atmosphäre natürlich nicht vor. Die Messwerte liegen bei 100% oder nur wenigen Prozenten darüber. Tatsächlich befinden sich in der Luft zahlreiche feste, flüssige und gasförmige Luftbeimengungen, wie aufgewirbelter Staub (auch von Vulkanausbrüchen), oder Salzteilchen. Sie gelangen durch Wind und Wellen aus der Meeresoberfläche in die Luft. Viele Partikel stammen aus Industrie, Kraftwerken und Hausbrand. Diese kleinen Partikel werden als Aerosolteilchen bezeichnet; ein Teil von ihnen fungiert durch ihre hygroskopischen Eigenschaften (Fähigkeit zur Wasseranlagerung) als Kondensationskerne. "Reine" Luft enthält etwa 1000 Kerne pro Kubikzentimeter, verschmutzte Luft in Großstädten oft das 100fache oder mehr.

Kondensationskerne

Bei grober Betrachtungsweise setzt die Bildung von Wassertröpfchen, also Kondensation, bei einer relativen Feuchtigkeit von 100% ein (Sättigung der Luft mit Wasserdampf). In Wirklichkeit sind diese Vorgänge jedoch wesentlich komplizierter. In absolut sauberer Luft kondensiert im Labor Wasserdampf erst bei einer relativen Feuchte von 800%! Derart hohe Übersättigungen kommen in der Atmosphäre natürlich nicht vor. Die Messwerte liegen bei 100% oder nur wenigen Prozenten darüber. Tatsächlich befinden sich in der Luft zahlreiche feste, flüssige und gasförmige Luftbeimengungen, wie aufgewirbelter Staub (auch von Vulkanausbrüchen), oder Salzteilchen. Sie gelangen durch Wind und Wellen aus der Meeresoberfläche in die Luft. Viele Partikel stammen aus Industrie, Kraftwerken und Hausbrand. Diese kleinen Partikel werden als Aerosolteilchen bezeichnet; ein Teil von ihnen fungiert durch ihre hygroskopischen Eigenschaften (Fähigkeit zur Wasseranlagerung) als Kondensationskerne. "Reine" Luft enthält etwa 1000 Kerne pro Kubikzentimeter, verschmutzte Luft in Großstädten oft das 100fache oder mehr.

Kondensationsniveau

Höhe, in der sich ein angehobener Luftkörper soweit abgekühlt hat, dass der Taupunkt (also 100% Luftfeuchtigkeit) erreicht wurde. Der Wasserdampfanteil, der nicht mehr von der Luft gebunden werden kann, fällt in Form von Wassertröpfchen aus. Das Kondensationsniveau entspricht demnach der Höhe der Untergrenze von Wolken, die durch Hebung entstanden sind. Bei Quellwolken spricht man vom Cumulus- Kondensationsniveau. Daher ist auch die Unterseite der Quellwolken (Cumulus) abgeflacht.

Konvektion

Vertikale Luftbewegung, speziell das Aufsteigen von am Boden durch Sonneneinstrahlung erwärmter Luft. Die von der Erde ausgehende langwellige Wärmestrahlung ist nicht die einzige Form der Energieübertragung von der Erde zur Atmosphäre. So wird die unmittelbar über dem Boden liegende, nur wenige Zentimeter dicke Luftschicht auch durch sogenannte molekulare Wärmeleitung erwärmt. Wo diese Aufheizung besonders stark ist, wird die Luft leichter als ihre Umgebung und steigt auf. Dafür sinken rundherum kältere Luftpakete ab, werden ebenfalls erwärmt und gelangen wieder in die Höhe. Dieser Vorgang nennt man thermische Konvektion. In Bodennähe ist sie als Hitzeflimmern sichtbar. Bei starker Sonnenstrahlung bilden sich regelrechte Thermikschläuche, in denen sich Vögel wie auch Segelflieger kreisend in die Höhe schrauben. Durch Konvektion entstehen auch Quellwolken wie Cumulus und Cumulonimbus.

Konvergenz

Zusammenfließen von Luftströmungen; dabei fließt in einem Gebiet in der Zeiteinheit mehr Luft zu- als ab. Am Boden sind Tiefdruckgebiete gewöhnlich Konvergenzgebiete; da eine Konvergenz mit aufsteigender Luftbewegung verbunden ist, kommt es hier zu Wolken- und Niederschlagsbildung. Im Bereich der sogenannten Innertropischen Konvergenz hingegen treffen die Passatströmungen der beiden Erdhalbkugeln aufeinander und es kommt zur Aufwärtsbewegung der Luft und Wolkenbildung. Gegensatz: Divergenz = Auseinanderfließen von Luftströmungen.

Quelle: MeteoData