Wetter-Lexikon: H

Haarhygrometer

Meteorologisches Messinstrument zur Bestimmung der relativen Luftfeuchtigkeit. Diese wird in Prozent angegeben, wobei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit einer Sättigung der Luft mit Wasserdampf, also dem meteorologischen Zustand Nebel entspricht. Das klassische Haarhygrometer bedient sich dabei einer Harfe menschlichen Haares, das sich bekanntlich - je nach Feuchtigkeit - auszudehnen oder zusammenzuziehen pflegt. Diese Längenänderung der Haare wird über einen Zeiger auf die Messskala übertragen.

Hagel

Meist in Verbindung mit Gewittern auftretender Niederschlag in Form von Eiskugeln oder Klümpchen mit 5 bis 50 mm Durchmesser (manchmal auch mehr); sie entstehen in rasch aufsteigenden, feuchten Luftströmen und sind entweder ganz durchsichtig oder abwechselnd aus klaren und undurchsichtigen, schneeartigen Schichten aufgebaut. Hagel erhält seine schalenförmige Struktur durch wiederholtes Emporgerissenwerden und Fallen in der Turbulenz verschieden temperierter Cumulonimbus- Wolkenschichten. Besonders gefährlich für Luftfahrzeuge. Ob in einer Gewitterwolke vorhandener Hagel bis zur Erdoberfläche durchkommt, hängt von der Höhe der Nullgradgrenze und der Höhe des Terrains ab.

Harsch

Bezeichnung für eine Eiskruste auf einer Schneedecke. Sie entsteht durch Schmelzen und Wiedergefrieren der Schneeoberfläche, aber auch durch Verfestigung infolge starker Windeinwirkung.

Heizgradtag

Mit der Gradtagzahl kann der Heizmaterialverbrauch grob berechnet werden. Die Gradtagzahl ist die Summe der Differenzen zwischen 20° C (Raumtemperatur) und der Tagesmitteltemperatur, über alle Heiztage aufsummiert. Da sich neben der Lufttemperatur noch Wind Luftfeuchte und Sonnenstrahlung auf die zum Heizen verbrauchte Energie auswirken, ist die Gradtagzahl nur zur groben Abschätzung geeignet.

Herbstliche Hochdruckgebiete

Durch den Temperaturrückgang in den gemäßigten Breiten steigt ab September der Luftdruck über den Kontinenten und begünstigt damit die Bildung von stabilen Hochdrucklagen, die bei uns besser als Altweibersommer oder Indian summer bekannt sind. Über den Meeren, die sich viel langsamer abkühlen, sinkt der Luftdruck und es entstehen vermehrt Tiefdruckgebiete. Typischerweise beginnt Ende August auch die Hurrican-Saison im Atlantik.

Hochnebel

Durch Ausstrahlung an der Dunstobergrenze einer Inversion bildet sich Hochnebel in Form einer Schichtwolke (Stratus). Kann auch allmählich durch aufsteigenden Bodennebel entstehen. In der Stratusschicht besteht meist Vereisungsgefahr für Luftfahrzeuge.

Höhenklima

Die in Gebirgen herrschenden, durch den Einfluss des Reliefs vielfältig abgewandelten Klimabedingungen. Mit zunehmender Höhe ergeben sich eine Abnahme der Temperatur und der absoluten Luftfeuchte, Zunahme der Temperaturtagesschwankungen und der Frosthäufigkeit, Zunahme der Niederschlagsmenge und Abnahme der Vegetationszeit. Von besonderer Bedeutung im Gebirge sind zudem der Luv-Lee-Effekt, welcher ausgeprägt feuchte und trockene Gebiete auf beiden Seiten von Gebirgskämmen entstehen lässt, und die Berg- und Talwindsysteme. Das Gebirgsklima zeigt wegen des generell großen Einflusses des Reliefs bedeutende Unterschiede auf engstem Raum.

Höhenströmung

Windrichtung und Geschwindigkeit in der freien Atmosphäre oberhalb der bodennahen Reibungsschicht. Für die Wettervorhersage sind insbesondere die Windmuster in etwa 5 Kilometer Höhe von Bedeutung, da sich Tiefdruckzonen und ihre Niederschlagsgebiete meist mit der Windströmung in dieser Höhe weiterbewegen. Die Abdrift von Wetterballons gibt den Meteorologen Aufschluss über Richtung und Stärke der Höhenströmung.

Höhentief

Tiefdruckgebiet in größerer Höhe, etwa im Niveau von 5km und relativ niedriger Temperatur als seine Umgebung. Auf den Bodenwetterkarten kaum nachweisbar, spielt aber für den Wetterablauf am Boden eine wesentliche Rolle.

Höhenwetterkarte

Für verschiedene Niveaus werden aus den Daten der aerologischen Messungen (00 und 12 Uhr GMT, teilweise auch Zwischentermine) Karten gezeichnet, die meist folgende meteorologischen Elemente beinhalten: Luftdruck (als topografische Darstellung der Druckfläche), Windrichtung und Windstärke, Temperatur und Feuchtigkeit (als Taupunktsdepression). Die Niveaus sind international festgelegt: meist 850, 700, 500, 300, 200 hPa; dazu eine Karte mit dem Maximalwind (Jetstream) und Angaben über die Tropopause.

Hundertjähriger Kalender

Genaue Wetteraufzeichnungen (mit himmelskundlichen Beobachtungen vermischt) des fränkischen Cisterzienser Abtes Mauritius Knauer (1612-1664) von 1652 bis 1658. Die (von späteren) Bearbeitern daraus abgeleiteten Wetterprognosen gehen von der (fälschlichen) Annahme aus, dass sich das Wetter unter dem Planeteneinfluss alle 7 Jahre exakt wiederholt. Die Angaben sind nur als historisches Wetterdokument brauchbar.

Hydrometeore

Durch Kondensation, Gefrieren bzw. Sublimation aus atmosphärischem Wasserdampf hervorgegangene Teilchen der Atmosphäre; sie fallen entweder als Niederschlag (Nieseln, Regen, Eisnadeln, Schnee, Griesel, Reifgraupeln, Eiskörner, Frostgraupeln, Hagel), oder werden an festen Gegenständen abgelagert (Tau, Reif, Raureif, Raufrost, Glatteis, Frostbeschlag).

Quelle: MeteoData