Wetter-Lexikon: G

Gebietsniederschlag

Jede Niederschlagsmessung ist nur eine Punktmessung. Um zu erfahren, wie viel Niederschlag ein Gebiet (z.B. Einzugsgebiet eines Flusses) erhalten hat, müssen die Werte der Messpunkte auf die Gebietsfläche extrapoliert werden. Um beispielsweise Vorhersagen über den Abfluss eines Flusses machen zu können oder vor Hochwassern warnen zu können, muss der Gebietsniederschlag bekannt sein. Es gibt diverse Methoden, die Punktwerte in Gebietswerte umwandeln. Bei allen Methoden ordnet man einem Regenmesser eine Fläche zu, für die der Punktwert gelten soll. Ein weitere Möglichkeit liegt in der Niederschlagsbestimmung mittels Radar oder Satelliten.

Gebirgsklima

Die in Gebirgen herrschenden, durch den Einfluss des Reliefs vielfältig abgewandelten Klimabedingungen. Mit zunehmender Höhe ergeben sich eine Abnahme der Temperatur und der absoluten Luftfeuchte, Zunahme der Temperaturtagesschwankungen und der Frosthäufigkeit, Zunahme der Niederschlagsmenge und Abnahme der Vegetationszeit. Von besonderer Bedeutung im Gebirge sind zudem der Luv-Lee-Effekt, welcher ausgeprägt feuchte und trockene Gebiete auf beiden Seiten von Gebirgskämmen entstehen lässt, und die Berg- und Talwindsysteme. Das zeigt wegen des generell großen Einflusses des Reliefs bedeutende Unterschiede auf engstem Raum.

Gefrierender Niederschlag

Unterkühlter Regen tritt dann auf, wenn die Regentropfen aus einer Wolke fallen, deren Temperatur über 0°C liegt, unterhalb der Bewölkung sich aber eine Luftschicht befindet, deren Temperatur unter 0°C ist. Derartige Wetterlagen kommen häufig im Winter vor und bilden sich dann aus, wenn in der Höhe Warmluft aufgleitet und sich dabei ein Nimbostratus ausbildet, aus dem Niederschlag fällt (Warmfront), in Bodennähe aber noch von einer vorangegangenen Hochdruckwetterlage sehr kalte Luft lagert. Solche Wetterlagen führen blitzartig zu Glatteisbildung am Erdboden und zum Eisansatz an dort befindlichen Gegenständen (schwere Unfälle im Straßenverkehr, geknickte Antennen und Masten, zerrissene Hochspannungsleitungen, entwurzelte Bäume).

Gefrierkerne

In der Luft schwebende, feste Teilchen (Aerosole) dienen als Ansatzpunkt für die Eisbildung. In der Atmosphäre kondensiertes Wasser (Wolken oder Nebel) kann bis unter -12 Grad Celsius abkühlen, ohne zu gefrieren. Den Anstoß zum Gefrieren geben die Gefrierkerne und ihr Auftreffen auf einen festen Gegenstand. Dies zeigt sich z.B. auch bei der Vereisung von Flugzeugen.

Genua-Zyklone

Tiefdruckgebiet, das sich über den Golf von Genua (Ligurisches Meer) besonders im Winter und im Frühjahr im Lee der Westalpen bildet. Ursache ist ein in große Höhen reichender Kaltlufteinbruch durch das Rhonetal ins Mittelmeer. In der Folge kommt es zu ergiebigen Niederschlägen im Alpenbereich.

Gewitter

Mit Donner und Blitz einhergehende elektrische Entladung in Cumulonimbus- Wolken oder zwischen Wolke und Erde, meist mit kräftigen Schauerniederschlägen verbunden. Gewitter entstehen durch rasches Aufsteigen feuchtwarmer Luft und deren rasche Abkühlung. Diese Bedingungen sind gegeben bei schneller Erwärmung des Untergrundes durch Sonneneinstrahlung, labiler Schichtung der Atmosphäre und ausreichender Feuchte; sie führen zu Wärmegewittern, während Frontgewitter in Zusammenhang mit Tiefdruckwirbeln entlang von Fronten, besonders an Kaltfronten auftreten. Die Vorgänge, die zur elektrischen Entladung in der Gewitterwolke führen, sind noch nicht restlos geklärt; die starken Aufwinde (bis zu 30 m/s) und das Vorhandensein von Eis (Hagel und Schnee) in der Wolke sind sicherlich die Voraussetzung hierfür. Gewitter-Vorboten: Am frühen Morgen erscheinen Altocumulus- Castellanus- Wolken; ihre türmchenförmigen Auswüchse ragen aus mittelhohen Haufenwolken in etwa 2000 m Höhe.

Glorie

Farbige Leuchterscheinung, die sich ringförmig um den eigenen, von der Sonne auf Nebelwolken geworfenen Schatten legt. Sie entsteht, wenn Sonnenlicht an Nebeltröpfchen gebrochen und teilweise in Farben zerlegt wird. Reflexion verleiht der Erscheinung dabei einen eigentümlichen Glanz. Sie kann von Bergen oder aus Flugzeugen dicht über der Nebelgrenze wahrgenommen werden.

Golfstrom

Warme Meeresströmung, die im Golf von Mexiko und entlang der nordamerikanischen Ostküste zieht, dann in etwa 35 Grad nördl. Breite nach Nordosten und Osten abbiegt und mit seinem südlichen Teil durch den englischen Kanal dringt, während ein zweiter Arm an Island vorbei Richtung Spitzbergen strömt. Mildert einschneidend das Klima in Nord- und Westeuropa und gilt als Motor für die Tiefdruckbildung im Nordatlantik.

Graupeln

Niederschlag in Form von Eiskörnern mit 1 bis 5 mm Durchmesser, die meist aus hochreichenden Cumulonimbus-Wolken fallen. Sie entstehen, wenn unterkühlte Tröpfchen mit einem Schnee- oder Eiskristall zusammenstoßen und sofort gefrieren. Typisch für Aprilwetter.

Guilbert-Grossmannsche-Regel

Faustregel zur Wettervorhersage, nach der Tiefdruckausläufer dazu neigen, binnen 24 Stunden in das Gebiet des in Bewegungsrichtung vorgelagerten Hochdruckkeils zu wandern und umgekehrt.

Quelle: MeteoData