Wetter-Lexikon: D

Dämmerung

Übergang zwischen Tag und Nacht. Anfang bzw. Ende der "bürgerlichen" Dämmerung (wichtig für Sichtflüge), wenn die Sonne 6,5 Grad bzw. der "astronomischen" Dämmerung, wenn die Sonne 18 Grad unter dem Horizont steht. Die Dauer der bürgerlichen Dämmerung kann, je nach Jahreszeit, zwischen 35 und 50 Minuten differieren. Sie kann sich durch Bewölkung, Dunst, Nebel oder Niederschlag verkürzen, aber auch durch Vollmond oder eine vorhandene Schneedecke verlängern.

Dampfdruck

Druckanteil (Partialdruck) des Wasserdampfs am Gesamtluftdruck, Maß für die Luftfeuchtigkeit. Er wird indirekt aus der Psychrometer-Messung (feuchtes und trockenes Thermometer) oder aus der Taupunktsdifferenz bestimmt. Der Druck des Wasserdampfes steigt mit der Temperatur und beträgt maximal (Sättigungsdampfdruck) z.B. bei 0°C etwa 6 hPa, bei 10°C etwa 12 hPa und bei 20°C etwa 23 hPa. Das Verhältnis zwischen dem herrschenden Dampfdruck und dem bei dieser Temperatur maximal möglichen Dampfdruck (Sättigungsdampfdruck) wird relative Feuchte genannt, angegeben in Prozent.

Diamantschnee

Bezeichnung für feinste Eisnadeln, die zuweilen bei heiterem Himmel und strenger Kälte zur Erde schweben.

Divergenz

Das Auseinanderfließen von Luftströmungen in den unteren Schichten; tritt gewöhnlich in Gebieten mit hohem Luftdruck auf und führt wegen des Prinzips der Massenerhaltung zu absinkenden und daher wolkenauflösenden Luftbewegungen. Gegensatz: Konvergenz, das Zusammenfließen von Luftströmungen (in Tiefdruckgebieten).

Donner

Geräusch bei Gewitter, das entsteht, wenn die Luft durch den Blitz erhitzt wird, wodurch sie zuerst heftig ausdehnt und dann wieder ebenso heftig komprimiert wird, sodaß eine explosionsartige Druckwelle (Schall) entsteht. Das Krachen ist 15-30 km weit hörbar; das Grollen oder Rollen entsteht durch die Reflexion des Schalls an den Wolken. Die Entfernung des Gewitters in Kilometer kann leicht festgestellt werden: Anzahl der Sekunden zwischen Blitz und Donner, geteilt durch 3. Die Schallgeschwindigkeit in Luft beträgt etwa 330 m/s.

 

Dopplereffekt

Effekt aus der Physik (Akustik, Wellenoptik), entdeckt 1842 von Christian Doppler, österreichischer Physiker (1803-1853). Scheinbare Veränderung der Frequenz (Schwingungszahl) des Schalls oder einer elektromagnetischen Strahlung (Licht- und Funkwellen) , die auftritt, wenn Beobachter und Wellenzentrum gegeneinander bewegt sind. Allgemein bekannt ist der akustische Doppler-Effekt: Bewegt sich ein Beobachter auf eine (ruhende) Schallquelle zu, dann treffen pro Sekunde mehr Wellen auf sein Ohr, als wenn er ruht, da er den Wellen entgegen geht. Bewegt er sich umgekehrt von der Schallquelle weg, treffen ihn je Sekunde weniger Wellen. Im ersten Fall wird er also einen höheren Ton wahrnehmen, im zweiten einen tieferen als im Fall der Ruhe. Die Frequenzverschiebung ist der Relativgeschwindigkeit proportional. Dies kann bei jeder vorbeifahrenden, pfeifenden Lokomotive beobachtet werden (Beobachter hier in Ruhe, Schallquelle in Bewegung). In der Radarmeteorologie von wichtiger Bedeutung: Von bewegten Niederschlagsteilchen wird die Wellenlänge des auftreffenden Radarimpulses verändert, sodass die Wellenlänge des vom Empfangsteil aufgenommenen Rückstreusignals gegenüber dem ausgesandten Impuls verschoben erscheint. Da die Größe der Wellenlängenverschiebung durch ein bewegtes Objekt (ein vom Wind vertragener Tropfen) von dessen Geschwindigkeit bestimmt wird, kann das Doppler-Radar zur Windmessung herangezogen werden (hier aber auch nur für Bewegungen zur Radarstation hin oder von ihr weg). Der Doppler-Effekt in der Wellenoptik findet z.B. auch bei den Radargeschwindigkeitskontrollen der Polizei Anwendung.

Dunst

Durch in der Luft schwebende, mikroskopisch kleine Staub- oder Wasserdampfteilchen hervorgerufene Trübung der Atmosphäre. Die Meteorologen unterscheiden anhand der Sichtweiten zwischen trockenem und feuchtem Dunst. Während sie bei letzterem zwischen einem und vier Kilometer liegen kann, sind bei trockenem Dunst noch Sichtziele in Entfernungen zwischen 4 und 8 Kilometer sichtbar. Feuchter Dunst führt in Industriegebieten durch Einbindung von Abgasen oft zu gesundheitsschädlichem Smog.

Quelle: MeteoData