Ein Münchner am Himmel

Die Otto-Flugzeugwerke in München waren eng mit dem Aufbau der Bayerischen Fliegertruppen verbunden. Von 1912 bis 1914 flogen die markanten Gitterrumpf- Doppeldecker als Schul- und Beobachtungsflugzeuge und lieferten quasi die Grund - ausstattung für die entstehende Waffengattung.

Gustav Otto (1883–1926) war der Sohn des berühmten Motoren-Erfinders Nikolaus August Otto. Die ersten Erfolge Blériots weckten in ihm das Interesse für die Fliegerei – mit 27 machte er seinen Pilotenschein und hatte bereits ein Jahr zuvor sein eigenes Flugzeugwerk gegründet. Nach dem Kauf von drei Blériot-Eindeckern ärgerte sich Otto über die Unzuverlässigkeit der Anzani-Motoren und entwickelte daraufhin eigene Flugzeugtriebwerke.

Seine ersten Konstruktionen waren Eindecker, aber bald erschienen die ersten Doppeldecker, zunächst als Kopien der bekannten Farman-Gitterrümpfe. Doch schon bald verließen eigene »Otto-Modelle« die Fertigungsstätte. Seine guten Kontakte zu den bayerischen Militärbehörden sollten ihm wirtschaftliche Sicherheit bescheren. Er versorgte die entstehenden Fliegertruppen mit seinen Doppeldeckern als Grundausstattung. Der klassische Otto-Doppeldecker besaß einen Gitterrumpf, auf den der Unterflügel aufgesetzt war. Zwischen den Tragflächen saß der Motor mit einer Druckschraube.

Durch diese Anordnung hatten die beiden im Rumpfbug hintereinander sitzenden Flieger eine ungehinderte Sicht. Das Leitwerk war anfangs noch in Kastenform, später war der Aufbau konventionell. Die Motorisierung reichte vom 70-PSArgus über einen 100-PS-Ago oder -Argus bis hin zum 160-PS-Daimler oder -Benz. Das Fahrwerk hatte anfangs Kufen und Doppelräder, später bestand es aus zwei Rädern mit einer Achse.

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Ein Münchner am Himmel - TEXT: Peter W. Cohausz FOTO: Sammlung Cohausz
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