Das Höhenforschungsflugzeug Junkers Ju 49

»Nach oben« war in den 1920er-Jahren buchstäblich noch viel Luft, und die Wissenschaft war bestrebt, die Geheimnisse der höheren Lagen der Erdatmosphäre zu lüften. Doch noch gab es kein Flugzeug für extreme Höhen ...

Ende der 1920er-Jahre trieben die großen Luftfahrtnationen die Erforschung der Stratosphärenflüge voran. So erhielten 1928 auch in Deutschland die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke den Auftrag, ein Höhenversuchsflugzeug zu entwickeln.

Initiatoren waren die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), das Reichs-Verkehrsministerium und die »Notgemeinschaft Deutsche Wissenschaft«. Sie strebten eine Flughöhe von 14 Kilometern an. Beginnend im Jahr 1927, sollte sich das Versuchsprogramm über rund zehn Jahre erstrecken.

Mit 28,25 Meter Spannweite und 17,20 Meter Länge war die Maschine relativ groß. Ausgelegt war sie als ein freitragender Tiefdecker mit den typischen Junkers-Doppelflügeln und starrem Fahrwerk. Technisches Neuland betrat man insbesondere bei der Entwicklung der zweisitzigen Höhenkabine. Die doppelwandig und gut isoliert ausgeführte Druckkabine fügte man als selbstständiges Bauelement in die Zelle ein.

Die Sicht nach außen war nur über insgesamt sieben Bullaugen möglich, die teilweise zu öffnen waren. Für die Sicht nach unten stand dem Piloten ein Sehrohr zur Verfügung. Um den Flugzeugführer zu entlasten, achtete man vor allem auf ausgeglichene Flugeigenschaften.

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Die deutsche »Ikarus« - Text: Peter W. Cohausz, Fotos: Sammlung Peter W. Cohausz
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