Storch der Legion Condor

Ein unbekanntes Flugzeug ist die Fi-156 gewiss nicht. Doch restauriert man sie flugfähig als Einsatzmaschine der Legion Condor, ist das Prädikat »einzigartig« mit Sicherheit angebracht!

Viele Storchen-Arten sind bekanntlich gefährdet und auch der unbelebte »Artgenosse« Fieseler Fi-156 bildet keine Ausnahme. Um so erfreulicher ist es, dass Dirk Bende am 11. Mai 2013 die Restaurierung eines Fi-156 C Storch in seinem bekannten Luftfahrttechnischen Betrieb (LTB) am Flugplatz Bonn-Hangelar abschließen konnte.

Eigentümer der Maschine ist der spanische Pilot Emilio Garcia-Conde, der das Flugzeug nach Nordspanien bringen ließ. Ursprünglich handelt es sich bei dieser Fi-156 um die Werknummer 2466 aus dem Jahre 1944, also ein relativ spätes Produktie gion i eder! onsmodell, da in Deutschland insgesamt nur 2549 Maschinen gebaut wurden.

Nach dem Krieg flog sie als MS 502 »Criquet« in französischen Diensten und nahm auch am Algerien- Konflikt teil. Frisch restauriert, stellt die Fi-156 heute die C-7-Version dar, die theoretisch mit einem Notsitz für 60 Kilogramm ausgerüstet werden kann. Dabei entfällt allerdings das in anderen Varianten optional montierte 7,92-mm-MG 15.

Bespannt wurde der Storch von Dirk Bendes Partnerin Eva Schmitt. Auch eine neue Kabinenverglasung brachten die Restauratoren an – eine sehr langwierige Arbeit, da die gesamte Verglasung aus vielen Einzelteilen besteht. Am Instrumentenbrett sind originale deutsche Geräte montiert. Der Motor, ein Argus As 10 C, wurde ebenfalls grundüberholt, dazu gab es einen neuen MT-Propeller mit einem Durchmesser von 2,56 Metern.

Originale Holzpropeller von Heine sind in gutem Zustand hingegen kaum noch zu finden. Insgesamt hat Dirk Bende bis dato acht Argus-Geräte überholt, er kennt also alle Details. Bedingt durch die Metallflächen und die Zusatztanks in den Tragflächen, hat diese Maschine ein Abfluggewicht von 1485 Kilogramm und damit das zweitgrößte Abflug - gewicht aller Störche.

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Storch der Legion Condor - Text und Fotos: Pierre Schmitt
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