Restauration eines japanischen Sturzbombers

Premiere im Planes of Fame Air Museum: Die Arbeiten an der Yokosuka D4Y Suisei sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass nun zum ersten Mal der Motor des berühmten japanischen Sturzbombers getestet werden kann!

Wenn sich eine Gruppe von Männern andächtig um einen startenden Motor versammelt, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier ein Oldtimer zum Leben erwacht.

So war es auch am 1. Dezember 2012 in Chino, Kalifornien, als Steve Hinton, Präsident des Planes of Fame Air Museum, das Triebwerk einer Maschine aus dem Zweiten Weltkrieg anwarf. Und was da so röhrte und hämmerte, war der japanische Sturzbomber Yokosuka D4Y Suisei mit der Seriennummer 7483.

Von den Japanern selbst »Komet«, von den Alliierten hingegen »Judy« genannt, war es das erste Mal nach fast 70 Jahren, dass die Maschine aus dem Reich der Sonne wieder ein Lebenszeichen von sich gab.

Für den monatlichen »Living History Day« (Tag der lebendigen Geschichte) des Museums war beschlossen worden, die Arbeiten an der Suisei zu beschleunigen, sodass bei dem Event zumindest der Antrieb der noch nicht rollfähigen Maschine für die Flugzeugenthusiasten angelassen werden konnte.

Zum Abschluss des Programms führte der Pilot des Planes of Fame Air Museum, Tom Nightingale, einen Demonstrationsflug mit dem Replikat der Aichi D3A Val durch. Obwohl man die Suisei 7483 ursprünglich als D4Y-1 mit Reihenmotor gebaut hat, rüsten sie Duane Lundgrens Techniker als D4Y-3 mit einem Pratt-&-Whitney-R-1830-Sternantrieb aus.

Der Pratt & Whitney dient als Ersatz für den originalen Aichi-Atsuta-Sternmotor, der frühere Nachfolger des Reihenmotors. Man hofft, dass die Suisei 7483 bis zur jährlichen County of San Bernardino Planes of Fame Air Show im Mai aus eigener Kraft rollfähig sein wird.
Lebendige Geschichte - Text & Fotos: Frank B. Mormillo
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