Messerschmitt Bf 109 K-4

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Die Geschichte der »334253«
Am 7. April kam sie bei dem »Sonderkommando Elbe« zum Einsatz und ist dabei verloren gegangen. Ihr Pilot, vermutlich Feldwebel Gerhard Bohnke, überlebte den Absturz nicht; es gibt Hinweise, dass durch Rammen eine B-24 auf sein Konto ging.

Das »Sonderkommando Elbe« sollte nämlich durch diese Angriffsmethode alliierte Bomber in der Luft zerstören. Man hoffte, auf diese Weise die Bombereinflüge der US-Luftwaffe zu stoppen. Die Überlebensrate für die deutschen Piloten schätzte die Luftwaffe auf zehn Prozent.

Der Einsatz für die Piloten war freiwillig, und nach Angaben von Zeitzeugen übte die Führung auch keinen Druck aus. Trotzdem meldeten sich 2000 Freiwillige, von denen man 300 auswählte. Über 180 Bf 109 standen zur Verfügung. Es gab jedoch nur den Einsatz am 7. April 1945, als 1300 US-Bomber und 800 Begleitjäger einflogen.

Die »Rammjäger« zerstörten 23 Bomber, weitere 28 schossen die Me 262 des JG 7 ab. Die Verluste der deutschen Luftwaffe waren mit 133 Jagdflugzeugen jedoch katastrophal. Nur zehn Tage später löste die Luftwaffe das Sonderkommando wieder auf.

Auch zum Gedenken an diese verlustreiche Luftschlacht entschied sich Guttenberger, diese Bf 109 K-4 wieder aufzubauen. Alle Bauteile und Komponenten entstehen ausschließlich nach authentischen Plänen oder durch die Analyse von Originalfragmenten. Eingebaut werden deshalb auch nur Originalteile oder gleichwertig rekonstruierte Teile aus den damals verwendeten Fliegwerkstoffen.

Eine große Anzahl seltener originaler K-4-Bauteile liegt in der Werkstatt. Beispielsweise die bereits erwähnten Holmbrücken, die Halterung des linken Fahrwerkbeines, Überreste der Fahrwerks-Restabdeckungen, einige Teile der Triebwerksverkleidungen, Tragflächensegmente, der Windschutzaufbau, ein Gashebelkasten, Bordinstrumente und weitere Ausrüstungselemente. Auch für den Aufbau eines DB-605-D-Motors sind bereits Teile vorhanden.

Das größte Originalteil in der Werkstatt ist jedoch ein Portalkran für den Triebwerkswechsel, den ein Bauer im Raum Regensburg viele Jahre dazu genutzt hat, um seinen Traktor zu reparieren. Hinzu kommt diverse rekonstruierte »Messerschmitt-Logistik« wie einige Holzböcke und eine Schiebetreppe, die »Arsenal 45« nach Vorlagen und authentischen Bauplänen erstellt hat. Alle Originalteile werden sorgfältig restauriert, und der überwiegende Teil der Neufertigungen entsteht vor Ort im »Arsenal 45«.

Als Rohbau fertiggestellt ist inzwischen das Rumpfsegment mit dem Cockpit, das derzeit mit den bereits vorhandenen Teilen ausgerüstet wird. Gregor Guttenberger ist bei dem Projekt natürlich nicht alleine, denn Familienmitglieder und Freunde, die in verschiedenen Metallberufen arbeiten, helfen mit.

Einen Zeitplan für das Projekt gibt es nicht, da alles so authentisch und detailliert wie möglich umgesetzt werden soll. Zudem läuft der K4-Wiederaufbau praktisch als Hobby, und auch der Erwerb von Originalteilen ist nicht planbar. Wir werden weiter über dieses aufregende Projekt berichten.

Von Peter W. Cohausz

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