Messerschmitt Bf 109 K-4

Wer die Bf 109 nachbauen oder restaurieren möchte, wird sich in der Regel auf die G-Version festlegen. Denn diese ist noch am besten dokumentiert. In Wittenberg aber entsteht nun in einem aufregenden Projekt ein Exemplar der legendären letzten Version: die Bf 109 K-4.

Sie soll wieder entstehen: eine Bf 109 K-4. Hier eine Maschine kurz nach Kriegsende. Foto: Sammlung H. Ringlstetter © Fundsache Bf 109
Sie soll wieder entstehen: eine Bf 109 K-4. Hier eine Maschine kurz nach Kriegsende. Foto: Sammlung H. Ringlstetter
Das aktuelle Projekt von »Arsenal 45« mutet mehr als nur abenteuerlich an: Kein Deko-Objekt, kein simples Modell möchte man herstellen, nein, Ziel ist eine möglichst originalgetreue und voll funktionsfähige Messerschmitt Bf 109 K-4 »Kurfürst«. Zudem soll die »Kurfürst« in einer authentischen Hallenkulisse einer Flugwerft des Jahres 1945 aufgestellt werden.

Ein weiterer Anspruch von »Arsenal 45« ist es, die Zustände der dezentralen Flugzeugfertigung von 1945 zu veranschaulichen. Dazu gehören Sparwerkstoffe, die Entfeinerung der Produktion, aber auch Variationen in der Ausrüstung oder hybride Tarnmuster. Eine reine Handbuch-Version der Bf 109 wird es also in diesem Fall nicht geben.

Hinter dem Projekt steht Gregor Guttenberger, Maschinenbaustudent im Master und seit frühester Kindheit von der Luftfahrt fasziniert. Nicht zuletzt, weil sein Vater Jet-Pilot bei den DDR-Luftstreitkräften gewesen ist.

Bereits mit 15 Jahren begann er auch, Flugzeugteile zu sammeln. Zunächst allerdings nur kleinere wie zum Beispiel Schalter oder Bordinstrumente. Als er aber 2008 zwei originale Holmgurte einer Bf 109 K-4 erwarb, reifte in ihm schließlich der Gedanke, eine komplette Bf 109 aufzubauen.

Da das Interesse für die letzte Kriegsphase besonders groß ist, kam von den vielen verschiedenen Versionen der Messerschmitt Bf 109 eigentlich nur eine Bf 109 G-10 oder eben die legendäre Bf 109 K-4 infrage. 2010 konnte Gregor Guttenberger nach mühsamen Verhandlungen Wrackteile und das wertvolle Typenschild der Bf 109 K-4, Werknummer 334253, erwerben.

Diese Maschine stammte aus der Fertigung des Messerschmitt-Werkes in Regensburg von Mitte März 1945. Produziert wurde sie zum Großteil bereits dezentral. So kann man davon ausgehen, dass der Rumpf und weitere Bauteile der W.Nr. 334253 in einem der geheimen Waldwerke in Ostbayern unter erschwerten Bedingungen gebaut worden sind.
 

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