Messerschmitt Bf 109

Eines der ambitioniertesten Nachbauprojekte schreitet voran: eine funktionsfähige Mes­serschmitt Bf 109 aus möglichst vielen Originalteilen. Werner Kölzsch hat das Vorhaben nach langer Pause wieder angeschoben. Ein Blick in die Werkstatt.

Ein Rumpf aus Kölzschs Händen steht inzwischen beim Sammler Peter Schell in den Farben der »Gelben 3« der 3./JG 4 © Peter Schell
Ein Rumpf aus Kölzschs Händen steht inzwischen beim Sammler Peter Schell in den Farben der »Gelben 3« der 3./JG 4
Endlich hat er wieder Zeit: Die Rümpfe, die Kölzsch jahrelang von seinem Lieblingsprojekt abgehalten haben (siehe FLUGZEUG CLASSIC 7/2009), sucht man in der Werkstatt nahe des sächsischen Delitzsch vergebens. Beide sind zu ihren Kunden transportiert worden.

Eine zieht als Erla-Bf 109 G-10, Werknummer 151492, im Fliegermuseum Bad Wörishofen die Blicke auf sich, die andere ist als »Gelbe 3« der 3./JG 4, Werknummer 491375, in einer privaten Sammlung in Bayern gelandet. An beide legt Kölzsch auch weiterhin Hand an, wenn seine Hilfe bei der Fertigstellung gefragt ist.

Seitdem darf er wieder mehr Zeit mit seinem eigenen Projekt Bf 109 G-14 verbringen, wie man am Baufortschritt sieht: Das größte Teil, das in mehr als einem dreiviertel Jahr mit großem Aufwand wie neu entstand, ist die Luftschraube. Die Nabe hat man an einem Absturzort aus vier Meter Tiefe geborgen, sie gehörte ursprünglich zu einer Bf 109 G-6. Jahrelang lag sie bei dem »109«-Experten unbeachtet im Regal, weil er mit Auftragsarbeiten ausgelastet war.

Zunächst wurde die Nabe gereinigt, dann wurden alle Gewinde ausgefräst und neues Material durch Aufschweißen aufgebracht. Danach brachte eine Spezialfirma bei Leipzig alle Maße wieder in den Sollbereich, ehe die neuen Gewinde für die Propellerverschraubung eingeschnitten werden konnten. Nun läuft die Nabe wieder gleichmäßig und ohne Schlag.
 

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