Ungewöhnliche Bf 109 F-2 in 1:32

Wer eine Bf 109 F bauen möchte, aber seine »Friedrich« nicht in die Wüste schicken will, steht un weigerlich vor der Frage: Welches Tarnschema soll seine »109« bekommen? Wie zum Beispiel Andreas Höhne, der sich für ein etwas anderes Tarnkleid entschieden hat.
In der Vergangenheit haben diverse Hersteller bei der Bf 109 das Thema Nordafrika in unterschiedlichen Maßstäben ausgereizt. Deswegen wollte Höhne den neuen Hasegawa- Kit der Bf 109 F-4 »Gelben 14« in 1:32 einer Wandlung unterziehen. Mit der F-Variante hat nun der japanische Hersteller nachgezogen und im Großmaßstab einen tollen Kit geschaffen, der auch wirklich einer »F« entspricht. Die 156 Bauteile sind auf 14 grauen und transparenten Gussästen verteilt, zeigen hervorragende und feine Gravuren, die Oberflächendetails sind gut ausgearbeitet. Die Lande- und Kühlerklappen und die Vorflügel liegen einzeln bei und können am Modell ein- oder ausgefahren dargestellt werden. Der sitzenden Pilotenfigur kann man drei verschiedene Köpfe verpassen. Zwei unterschiedliche Frontverglasungen und Spornräder stehen ebenso zur Wahl. Mit den sehr gut gedruckten Decals lassen sich die vier Maschinen der F-Reihe des Jagdfliegerasses Hans-Joachim Marseille bauen, die der »Stern von Afrika« von Februar bis Sep- tember 1942 im Luftkrieg über der nordafrikanischen Wüste geflogen hat. Andreas Höhne hat schon eine Reihe von Bf 109 in 1:32 gebaut. Entsprechend groß war seine Freude auf die erste richtige »F«, da Trumpeters »109 F« mehr einer G-2 entspricht. Aufgrund der sehr gut passenden Bauteile lässt sich das Modell recht zügig bauen. Das Cockpit ist mit Hebeln und einigen weiteren Kleinteilen ausgestattet. Zusätzlich gibt es noch die Schieber für die Seitenscheiben im aufklappbaren Teil der Verglasung, die hauchdünn und glasklar ist. Mir entsprechender Bemalung entsteht ein sehr gut aussehendes Cockpit. Bei den Landeklappen sind nun auch die Luftleitbleche eingebaut – das gab’s vorher noch nicht. Neu ist auch ein extra Motorenverkleidungsblech auf der linken Rumpfseite. Verspachteln? Überflüssig! Endlich mal wieder ein toller Bausatz. Fehlte nur noch eine außergewöhnliche Bemalung. Höhne entschied sich für die Bf 109 F-2, W.Nr. 8165, die von Uffz. Fritz Geissler beim Stab I./JG 52 am Flugplatz Katwijk, Niederlande, im September 1941 geflogen wurde. Für die Lackierung benutzte er von Model Master RLM 72 Dunkelgrün für den Originalfarbton Camouflagegroen/ Vert Fonce, von Gunze Kakobraun für Camouflagebruin/Brun Fonce und Grau FS 36220 für Anodiseegrijs/Gris-bleu ciel. Die Originalfarben verwendete das deutsche Bodenpersonal vor Ort aus Beständen, die aller Wahrscheinlichkeit nach aus Frankreich oder den Niederlanden stammten. Anschließend noch eine Glanzlackschicht als Grundlage für die Decals, danach Mattlack zum Versiegeln. Das Tarnschema und die Decals stammen aus dem Kageroheft Topcolors Nr. 19. Und für alle Liebhaber der »Gelben14«: Hasegawa hat im aktuellen Bausatz der Erstauflage eine überaus detailgetreue Resin- Figur von Hans-Joachim Marseille beigelegt. Somit lässt sich jetzt auch ohne Zurüstindustrie eine echte F-4 im Wüstenkleid verwirklichen.
OTHMAR HELLINGER/ MARKUS WUNDERLICH
FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding (www.plastik-modellbau-club-erding.de)

Fotos, soweit nicht anders angegeben, Othmar Hellinger; Modell Andreas Höhne
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