Republic F-84E Thunderjet von Hobbyboss/Glow2b

Hobby Boss landet mit seinem ersten Jet im großen 1:32 Maßstab einen Volltreffer. Die knapp 300 Teile sind sauber und nahezu gratfrei.
Der Modellbauer hat die Wahl zwischen zwei äußerst filigran gestalteten Fahrwerken aus Plastik und Metall. Empfohlen wird Letzteres, da es hilft, das Gewicht des Endprodukts zu tragen.
Die Reifen des Fahrwerks bestehen aus seidenmattem Vinyl, sodass sich weitere Farbbehandlungen erübrigen.

Für Freunde offener Panels, die gerne einen Einblick in das Innenleben der Thunderjet werfen, ist die Bordkanonenkammer vor dem sehr gut wiedergegebenen Cockpit nahezu perfekt dargestellt und lädt zu weiteren Detaillierungen ein. Für ein Modell dieses Maßstabs sind separate Landeklappen und Querruder selbstverständlich, die vom Hersteller vortrefflich repliziert wurden. Gleiches hätte man sich von den Höhenrudern gewünscht.

Schnell zeigte sich die exzellente Passgenauigkeit des Kits. Schleifarbeiten waren nur sporadisch nötig. Die Luftbremse lässt sich in geöffnetem Zustand, die Flaps lassen sich ausgefahren darstellen.
HobbyBoss und Trumpeter liefern eine Menge Beladungsmöglichkeiten wie Bomben und ungelenkte Raketen, die im Koreakrieg verwendet wurden. Man hat auch an die Startraketen (»JATO-bottles«) gedacht, die der recht schwerfälligen Maschine beim Start zusätzlichen Schub verliehen. Die im Kit enthaltenen Zusatztanks für die Innenpylonen dienten in erster Linie Überführungsflügen: Sie waren selten im Einsatz zu sehen, da man die Lastkapazität für Bomben benötigte.

Für die leichtere Lackierung der Kanzel verwendete der Modellbauer das Maskenset JX135 von Eduard, das seit Oktober 2011 auf dem Markt ist. Die Abziehbilder bieten Markierungsvarianten für zwei Korea-Maschinen. Die Druckqualität überzeugt vollkommen, und das Trägermaterial ist extrem dünn.

Die hier gefertigte Maschine wurde von Peter Doll »out of box« gebaut: Sie stellt die persönliche F-84E von Cpt. Warren O’Brien dar, die er 1951 in der 9. Jagdbomberstaffel des 49. Jagdbombergeschwaders in Korea geflogen hat. Als »nose art« erhielt die Maschine die Aufschrift »Sandy«.

Alufolie zauberte die perfekt glänzende Naturmetalloberfläche. Der Bau dauerte etwa 45 Stunden und war eine reine Freude. Ein sehr empfehlenswertes Modell!
   
Othmar Hellinger

FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding (www.plastik-modellbau-club-erding.de)
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