Mosquito FB.VI in 1:24 von Airfix/Hornbyglow2b, Teil 2

Die perfekten Rolls-Royce-Merlin-25-Motoren ab Stufe 71 sind ein Highlight. Diese zwischen 1943 und 1947 in Derby, Glasgow und Ford gebauten Aggregate leisteten 1610 PS und beschleunigten die Mosquito auf satte 643 km/h.
Die nächste Phase frisst am meisten Zeit und fordert Achtsamkeit. Die Angaben zur Farbgebung habe ich eingehalten, was bei geöffnetem Motorraum äußerst attraktiv aussieht. Schwarze Motoren sehen in 1:24 öde aus. Das Bemalen der entsprechenden Teile mit Alu, Silber, Gun Metal, Kupfer und Messing (Humbrol und Alclad) und das Trockenpinseln mit Tamiya Weathering Set machen aus einer Handvoll Polystyrol ein eindrucksvolles Replikat.

Leider haben sich bei Airfix Fehler eingeschlichen: Die Teile 22G (2x) in Stufe 84 sind fast drei Millimeter lang: also kürzen! Die Ansaugstutzen für die Lader 22 + 23J (2x) in Stufe 90 sind etwa fünf Millimeter zu lang: cut! Sonst lassen sich die beiden Motor-/Fahrwerksgondeln nicht zusammenfügen. Achtung: Durch die Dicke der Gussäste und des fast übergangslosen Angusses kleiner und superfeiner Teile kommt es zwangsläufig zum Bruch von Motorträgern oder Betriebsstoffleitungen, wenn ein Seitenschneider eingesetzt wird. Lieber zum Skalpell greifen!

Das Fahrwerk ab Stufe 103 ist unproblematisch und ordentlich detailliert. Leider sind die leicht abgeplatteten Vollgummireifen etwas zu breit; das fällt aber am Ende kaum auf. Das lackierte Fahrwerk wird mit dem Motor in die beiden Gondelhälften verklebt. Die Klebenaht wird nach dem Trocknen fast unsichtbar, es genügt ein einfaches, nasses Überschleifen mit 800er-Papier.

In Stufe 143 werden die voll beweglichen und vorlackierten Flaps positioniert und die Motor-/Fahrwerksgondeln eingepasst und verklebt. Die Oberseiten sind in extra Dark Sea Grey (Humbrol 123) und Sky Green (Tamiya XF-2) gehalten, genauso der Rumpf, in den die gesamte Flügelsektion eingepasst wird. Hier sind nur ein paar Klebepunkte nötig, da alles auf Reibung ausgelegt ist und auch ohne Kleber hält.

Von Stufe 144 bis 182 wartet der Waffen-/Bombenschacht auf seine Vollendung, die vorlackierten bzw. vormontierten Sektionen sind perfekt modelliert und wirken absolut authentisch – wie z. B. das Gun-Compartment mit seinen 4x20-mm-Hispano-Kanonen, die zwei Zusatztanks oder die beiden Bomben. Große Klasse! Auch die vier Browning-MG Kal. 0.303 in der Rumpfnase sind gut gestaltet, aber ich habe das Ganze geschlossen gebaut, da die Magazine aus Gummi auch bei korrekter Bemalung unecht aussehen.

Sind die Klappen für Fahrwerk- und Waffenschacht angebracht und die (beweglichen) Hydraulikzylinder eingepasst, sieht die »Mossie« phänomenal aus! Es folgen noch die restlichen Teile wie Auspuffstutzen, Propellerblätter und -naben und weiterer Kleinkram. Das Sahnehäubchen zum Schluss: die tadellose Cockpithaube.

Der Modellbauer muss sich von Anfang an bewusst sein, dass er eine Menge Farben benötigt, die vom »Normalen« abweichen. Hat Spaß gemacht, und ich werd’s wieder tun! Es gibt versteckte Hinweise in der Riesenbox, die auf eine Mosquito B.Mk.IV hindeuten.

Peter Lauerbach / Othmar Hellinger
FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding (www.plastik-modellbau-club-erding.de)

Fotos Othmar Hellinger, Modell Peter Lauerbach
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Zwei Meilensteine in der Nurflügeltechnologie

Mit der X/YB-49 »Flying Wing« schließt sich der Kreis der beiden Nurflügelbomberprojekte aus dem Hause Italeri. Im vergangenen Jahr erschien bereits als Wiederauflage... mehr >

Yak-3 in 1:48 von Eduard Weekend Edition

Die Firma Eduard aus Tschechien brachte Ende 2008 die Yak-3 in der Weekend Edition auf den Markt. mehr >

T-33A IN 1:32 VON CZECH MODEL

Der Modellbautipp aus FLUGZEUG CLASSIC 09/2010: Jet-Schönheit der 1950er. Von Othmar Hellinger (PMC Erding). mehr >

Das könnte Sie auch interessieren