Heinkel He 219A-2 in 1:32 von Revell

Gäbe es eine Anschnallpflicht für Modelle – dieses hier ist ein ganz heißer Kandidat, denn die He 219 von Revell gleicht einer euphorischen Achterbahnfahrt. Ein wahrer Bastelrausch stand mir bevor, als FLUGZEUG CLASSIC im Sommer mit einem Test-Shot bedacht wurde.
Nach einem visuellen Streifzug durch den Inhalt der Schachtel war eines schnell klar: Dies ist ein klasse Bausatz, der seinesgleichen sucht! Exakt in ihrer Maßhaltigkeit bis hinters Komma warten die rund 250 äußerst präzisen Teile darauf, bearbeitet zu werden.

Waren schon Revells Vorgänger-Kits wie beispielsweise die Ju 88A-1 und die He 111P-1 fertigungstechnische Highlights, so legte man bei der He 219 in puncto Filigranarbeit noch eins drauf. Ob bei Cockpit, Fahrwerk oder den Antennen für das FuG 220 SN – hier sind Komponenten nochmals dünner und feiner gefertigt als vergleichbare der beiden erwähnten Typen.

Ganz abgesehen von den wunderschönen Gravuren der Oberflächen, fast mikroskopisch und vor allem da, wo sie hingehören! Gewisse Zweifel tun sich da auf, ob denn nach der Grundierung die Gravuren noch sichtbar sind, aber diese Bedenken sind unbegründet.

Beispielhaft auch die separaten Steuer- und Ruderflächen mit ihren fast messerscharfen Hinterkanten. Für die Flaps sind zwei Optionen möglich: ein- oder komplett ausgefahren. Entscheidet man sich für Letztere, ist ein kleiner Umbau vonnöten, dessen Teile dem Bausatz aber beiliegen.

Die Fahrwerksklappen weisen eine schöne Struktur auf und bestechen durch vorbildgetreue Stärke. Erwähnenswert sind auch die gepanzerten Ringkühler mit ihrer filigranen Lamellenstruktur. Unterm Strich also ein Kit, der fast fehlerlos scheint.

Da dem Test-Shot noch keine Decals beilagen, suchte ich in diversen Publikationen nach einem Vorbild für mein Bauvorhaben. Fündig wurde ich im Band 99 von MONOGRAFIE LOTNICZE von Marek Rys (AJ Press). Eine He 219A-2, W.Nr. 290068, vom NJG 1, oben RLM 76 mit RLM 75 Tarnflecken und einer RLM 22 gehaltenen Unterseite.

Balkenkreuze an sechs Positionen, schwarze Spinner mit weißen Spiralen, ansonsten keinerlei Verbandskennung. Sieht einfach aus, ist aber lackiertechnisch nicht zu unterschätzen. Macht aber gewaltig was her.

Besagtes Flugzeug war ursprünglich eine He 219A-2/R2, ausgerüstet (R=Rüstsatz) mit vier MK 103 in der Waffenwanne und zwei MG 151/20 in den Flügelwurzeln. Unabhängig von der 219A-2 ist es möglich, auch eine A-5 oder A-7 mit den jeweiligen Rüstsätzen aus der Schachtel zu bauen. (Teil 2 in der nächsten Ausgabe)

Von Peter Lauerbach/Othmar Hellinger
FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding
 
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