Heinkel He 219 A-2 »UHU« in 1:32 von Revell – Teil 2

Eine gute Woche nach Erhalt des Test-Shots begann ich mit dem Bau dieses Supervogels. Eine erste »Trockenmontage« der fast gratfreien Teile offenbarte rasch, dass man durch die phänomenale Passgenauigkeit viel Zeit und viel Spachtelmasse spart.
Gleichzeitig konnte man sich einen ersten Eindruck bezüglich der Dimensionen verschaffen, denn mit einer Spannweite von 57,8 Zentimetern ist der »Uhu« beileibe kein Bonsai. Das große Plus dieses Kits ist die platzsparende, modulare Bauweise ähnlich wie bei der Ju 88. Ob Tragwerk, Cockpit, Fahrwerk, Ruder oder Klappen – alles kann separat gebaut und lackiert werden.

Das Cockpit muss natürlich zuerst fertiggestellt werden, um es zusammen mit den Flügelholmen in den Rumpf einzufügen. Es zeigt sich recht ordentlich detailliert und ist nach sorgfältiger Bemalung ein echtes Schmuckstück. Lediglich die Bordinstrumente sind aus meinem Decalfundus und die Gurte für die schönen Katapultsitze aus diversen Ätzteile-Sets.

Aber Achtung: Vor dem Einbau die Bugpartie mit ausreichend Blei versehen und immer wieder den Schwerpunkt austarieren, bis ausreichend Gewicht vorhanden ist! Die Bleiplatten-Methode habe ich im Heft 9 von FLUGZEUG CLASSIC beschrieben (B-25J Mitchell).

Als Grundierung benutzte ich diesmal XDBB Matt Base Coat von X-Tracolor aus Kunstharzbasis. Hyperfeine Pigmente sorgen für eine faszinierend homogene Oberfläche. Nach zwei Tagen (nicht früher) habe ich erst mit 1200er- und dann mit 2000er-Nassschleifpapier nachgebessert, und das Ergebnis war eines Rolls Royce würdig.

Nachdem die vorlackierten Teile wie zum Beispiel die Fahrwerksschächte und die Cockpitverglasung versiegelt und abgeklebt waren, habe ich die Oberseiten mit Gunze H 69 Grey Violet (RLM 75) lackiert und mit Tarnstreifen in Gunze H 417 Light Blue (RLM 76) versehen. Die Unterseite lackierte ich mit Gunze H 77 Schwarzgrau (RLM 22).

Das war der zeitaufwendigste Abschnitt bei der Fertigung, aber das Ergebnis spricht für sich. Eine kleine Herausforderung waren die Propellernaben, die ich weiß vorlackierte, um anschließend frei Hand die Spiralen aufzumalen. Balkenkreuze, Ziffern der Werksnummer, Oktandreieck usw. sind alle aus dem Decalfundus und wirken recht stimmig.

Nachdem das Modell genug Zeit hatte, um ordentlich zu trocknen, habe ich alles mit Kunstharz-Mattlack von Revell versiegelt, auf den ich seit vielen Jahren schwöre. Zuletzt montierte ich schließlich das »Hirschgeweih« und brachte die Antennendrähte an.

Wieder mal ist es Revell gelungen, Liebhaber dieses Genres im Handstreich zu überzeugen. Das (fertige) Modell ist einfach ein Knaller und auch für den Gelegenheitsbastler uneingeschränkt zu empfehlen.

Zu keinem Zeitpunkt gab es Stress und niemals Ungereimtheiten bezüglich Passform oder Instruktionen. Alles ist sehr gescheit konzipiert und konstruiert und entbehrt jeglicher Kritik! Der Bausatz ist ab Oktober für etwa 50 Euro im Handel erhältlich.

Von Peter Lauerbach/Othmar Hellinger
FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding
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