Gotha G.IV in 1:32 von WINGNUT WINGS (Teil 1)

Für die Liebhaber von Flugzeugen aus dem Ersten Weltkrieg ist der Hersteller Wingnut Wings aus dem »Kiwiland« mit seinem Modell des Gotha-G.IV-Bombers in den Olymp der Plastikmodell-Flugzeuge aufgestiegen.
Die Gotha G.IV (Großflugzeug Typ 4) war die vorletzte Version einer Bomberentwicklung der Gothaer Waggonfabrik, die Ende 1915 mit der G.II begann. 232 G.IV wurden bis Ende 1917 gebaut. Sobald man die Verpackung geöffnet hat, ist man schier überwältigt von der Vielzahl der Spritzlinge und deren Einzelteilen.

Als Highlights kommen die farbige Bauanleitung und der riesige Abziehbilderbogen hinzu. Letzterer überlässt dem Modellbauer die Wahl zwischen fünf verschiedenen Markierungen beziehungsweise Varianten des Bombers. Die 38 Seiten starke Bauanleitungs-Broschüre beinhaltet neben den durchwegs farbig ausgeführten Bauabschnitten auch noch 65 Schwarz-Weiß-Fotos des Flugzeugs, sodass man nicht unbedingt genötigt ist, Literatur zu Rate zu ziehen.

Die Inneneinrichtung mit all ihren Details ist bei diesem Modell im Gegensatz zu anderen Flugzeugen mit fast geschlossenen Rümpfen voll einzusehen. Die beiden Fahrwerke sind extrem gut detailliert und mit zwei verschiedenen Räderpaaren ausgerüstet. Die ­Reifen sind im Kit einmal platt für den Bodenkontakt und einmal prall für die Flugversion beigefügt.

Selbst die filigranen kleinen Schmutzabweiser an den Fahrwerken sind äußerst detailliert dargestellt. Sie sollten verhindern, dass aufgewühlte Erde oder Steine die laufenden Propeller beschädigen, solange das Flugzeug rollte. Auch die beiden Daimler-Mercedes-D.lVa-Motoren sind in ihrer Ausführung kaum zu überbieten.

Ich habe deshalb bei meinem Modell für eine Motorgondel die Verkleidung bewusst weggelassen, damit der filigrane Motor gut zu sehen ist. Die drei Parabellum-LMG-14-Maschinengewehre sind in zwei Bauversionen mitgeliefert. Einmal ganz in Polystyrene gespritzt, um sie dann entsprechend zu bemalen, oder in einer Ätzteil-Variante mit beispielsweise separaten Munitionsgurten.

Auch das Instrumentenbrett, Fadenkreuze und die Steuervorrichtung des Piloten sind mit Ätzteilen hervorragend ausgestattet. Die Fensterscheiben links und rechts am Rumpf für die Bodensicht der Besatzung sind so präzise geformt, dass sie in ihren Rahmen eingeknipst werden können, sodass kein Klebstoff mehr notwendig ist.

Sehr fein ausgeführt sind auch die Tragrahmen (racks) für die unterschiedlichen Bombensätze. Je nach Einsatz waren sie mit 50-Kilogramm- oder 100-Kilogramm-PuW-Bomben bestückt. Die beiden Tragrahmen im Inneren des Rumpfs werden mit je vier 12,5-Kilogramm-Bomben beladen.

Die Tragflächen des Modells sind in je einem Stück hergestellt, sodass sie fast ein wenig zu viel Gewicht mitbringen. Bei einer Modellspannweite von 70 Zentimetern neigen sie an ihren äußeren Enden daher minimal zum Durchhängen. Das hat zur Folge, dass sie beim Zusammenbau mit ihren Streben auf einer selbst gebauten Helling ruhen sollten. Im zweiten Teil geht es dann mit dem Zusammenbau der Gotha weiter. Seien Sie gespannt.

Von Helmut Scherer/Othmar Hellinger FLUGZEUG CLASSIC
Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding

Edler Gotha-Gigant - Modell & Fotos: Helmut Scherer
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