FOCKE-WULF TA 152 H-1 in 1:32 von ZOUKAI-MURA, Teil 2

Weiter geht es mit dem wunderschönen Jumo-213-Motor, der an Authentizität kaum zu übertreffen ist und nach präziser Lackierung durchaus als »echt« durchgeht. Aber schon jetzt sind auch bei korrekter Montage Passungsprobleme nicht zu vermeiden, welche später für leichten Unmut sorgen.
Wenn man etwa das Bauteil A-7 (Cowling-Guide) verwendet, ist es nicht mehr möglich, die obere Motorverkleidung bündig aufliegen zu lassen. Der Motor wird leicht nach oben gedrückt, was dazu führt, dass  die Propellerachse nicht mehr korrekt ausgerichtet ist. Dieses Teil also nicht einbauen!

Auch die Motorträger sollten zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall mit dem Motor verklebt werden (Baustufe 3-2 I), denn dieses Modul lässt sich nur mit größter Mühe oder gar nicht anpassen. So muss zuerst der Motorträger mit Öltank und MK-108-Magazin zusammengebaut und ohne Motor im Vorderrumpf eingepasst und verklebt werden, denn da hat man noch Sicht auf die Passstifte, mit Motor jedoch nicht mehr.

Das Cockpit zeigt sich tadellos und ist völlig ausreichend für diesen Maßstab detailliert. Auch der Sitz mit seinen angegossenen Gurten wirkt sehr dimensional, sobald er präzise bemalt wurde. Die Bordinstrumente und Seitenkonsolen sind als Decals beigelegt und beispielhaft gedruckt.

Der Cockpiteinbau in die drei Rumpfsegmente ist problemlos und (noch) von guter Passgenauigkeit, wohingegen nach der Montage des Seitenleitwerkes schon gespachtelt werden musste, um deutliche Spalten zu verschließen. Danach ging es an die Flügel. Etwas zu viele Teile, mit denen der schöne – wenn auch nicht ganz richtige – Holm umbaut wird.

Diese Arbeit ist etwas kniffelig, aber letztlich zufriedenstellend zu bewerkstelligen. Nachdem das gute Stück durchgetrocknet war, folgte die Baustufe, bei der Vorfreude und Spannung nah beieinander sind: Die »Hochzeit« von Rumpf und Tragfläche. Aber – böse Überraschung! Nichts wollte passen.

Keine Verbindung an vielen Stellen, und die daraus resultierenden Spalten zogen eine Evergreen-Spachtelorgie nach sich, vom folgenden Nachgravieren mal ganz abgesehen! Natürlich sind wir Modellbauer solchen Situationen gewachsen, aber bei einem Kit dieser Premium-Preisklasse darf das auf keinen Fall passieren!

Ich denke, dass der Hersteller natürlich sein Bestes versucht, sich auf dem Markt zu etablieren, und nicht fahrlässig derartige »Fehler« zulässt. Und er hat offenbar seine Lehren gezogen, denn das Nachfolgemodell, die A-1H Skyraider, die ich gerade baue, zeigt sich in einer Perfektion, wie ich sie liebe. Nach vielen kleinen und größeren Fußangeln war die Ta 152 bereit zur finalen Lackierung.

Ich entschied mich für die Ta 152 von Oberfeldwebel Walter Loos, Stab/JG 301, im April 1945 mit der Werknummer 150010, der als inoffizielles Ass auf dieser Maschine gilt, mit Anstrich in RLM 81/82 auf der Ober- und RLM 76 auf der Unterseite ohne metallblanke Partien. Was soll ich sagen?

Nachdem ich den Flieger lackiert, versiegelt, mit Decals versehen und zuletzt seine Endversiegelung durchgeführt hatte, sah man ihm nicht mehr an, welchen Kummer er mir bereitet hat. Alles  war tadellos und der anfängliche Unmut schnell verflogen. Ich bin froh, ihn zu besitzen, und wünschte mir noch andere Exoten von Zoukei-Mura.

Fazit: Ein Bausatz für Individualisten oder Experten, den ich im Nachhinein trotz aller Schwierigkeiten empfehlen kann!

Von Peter Lauerbach/Othmar Hellinger FLUGZEUG CLASSIC
Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding

Fotos: Othmar Hellinger, Modell: Peter Lauerbach
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