English Electric (BAC) Lightning F.Mk6 in 1:32

Reine Hassliebe: Neuer Spritzgussbausatz von Englands legendärem Jet, der nicht nur Modellbauer polarisiert. Hersteller ist Trumpeter/Glow2b.
Im Januar 1961 traten 27 F.Mk1 von 399 gebauten Lightnings bei No. 56 und 111 Squadron in Wattisham ihren Dienst an. 20 F.Mk1 gingen bereits im Juli 1960 an die No. 74 Squadron nach Coltishall, wo Air Defense Execises ihre Fronttauglichkeit testete und Modifikationen vornahm. So entstanden nach und nach die Versionen F.Mk2, F.Mk3, T4, F.Mk2A, T5 und letztlich die F.Mk6.
Auf die F.Mk1/3 von Trumpeter folgte die wunderschöne F.Mk6 (2A), und nach dem Öffnen des Kartons war mir klar: Dieser Bausatz hat Vorrang! Die Farbvariante stand schnell fest: die letzte Farbgebung der Lightning bei der RAF, das »Barley Grey Scheme«; Oberseiten in BS480 Barley Grey und Unterseiten in BS381 C-627 Light Aircraft Grey. Dazu Spine und Leitwerk in Schwarz mit Decals der 11 Squadron (von X-tra Decals) und den Ventral-Tank überwiegend in Naturmetall. Mein Faible für diesen Vogel stößt bei manchem Modellbaufreund auf Unverständnis: Bemerkungen wie »Triebwerk übereinander, Tanks auf den Flügeln, potthässlich« sind keine Seltenheit, halten sich aber mit den Fans der Lightning die Waage. Recht ambivalent – eine reine Hassliebe eben!
Das Zusammenfügen der ca. 170 Bauteile ist auch für den weniger gewitzten Modell­bauer kein großes Problem. Alles passt wunderbar, nur habe ich vorsichtshalber im Rumpfinneren und im Ventral-Tank Platten geschnitten, um den Rumpf zu stabilisieren. Dies erleichtert auch die Flügelmontage. Wirklich wichtig ist, im Rumpfbug 80 bis 100 Gramm Blei zu applizieren, um dem Vogel sicheren Stand zu geben. Sonst ist alles aus der Box gebaut, außer dem Cockpit von Aires: qualitativ hochwertig und zu einem akzeptablen Preis von ca. 23 Euro. Lackiert habe ich mit Humbrol und Alclad. Panel-Lines und Nieten sind mit Gouache-Farben hervorgehoben. Gebrauchsspuren und leichte Alterungen erzielte ich mit Weathering-Sets von Tamiya, den Seidenglanzüberzug mit Revell-Klarlack. Ein Traum! Die dargestellte XS 903 wurde am 17. August 1966 ausgeliefert und am 16. März 1967 der 5. Squadron übergeben. Am 18. Mai 1988 startete Pilot Wing CDR J.C. Jarren von der 11. Squadron zum letzten Flug von Binbrook nach RAF Elvington, um sie für das Yorkshire Air Museum zu präparieren. Mit rund 4055 Flugstunden auf dem Buckel ein würdiger Altersruhesitz für einen Veteranen!

OTHMAR HELLINGER
(FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding (www.plastik-modellbau-club-erding.de)

Fotos: Othmar Hellinger
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