CONSOLIDATED B-24D LIBERATOR IN 1:72 VON HASEGAWA

In der Serie der B-24-Kits im Maßstab 1:72 hat uns Hasegawa eine besonders bunte Version der B-24D in Form eines »Formating Monitor« gebracht. Grund genug, dieses Flugzeug zum 70. Erstflug-Jubiläum zu bauen und vorzustellen. Von Othmar Hellinger

Beim Öffnen des Bausatzes stellt man gleich fest, dass der Karton bis oben hin mit Spritzlingen gefüllt ist. Die 207 Bauteile verteilen sich sehr sauber gefertigt auf die zahlreichen grauen und einen transparenten Gussrahmen und weisen sehr feine und vertiefte Gravuren auf. Das Rumpf-innere, Cockpit und der Bug sind für diesen Maßstab recht gut wiedergegeben. Ebenso die Fahrwerksschächte in den Flügeln und im Rumpfbug sowie die vier Doppelsternmotoren. Besonders fällt die komplett als Glasteil gespritzte Bugsektion auf. Eine gewohnt gute und übersichtliche Bauanleitung und ein großer, umfangreicher Decalbogen für zwei »Formating Aircraft« der USAAF in England anno 1944 runden den Kit ab. Zur Erleichterung des Modellbauers sind bei dieser Version einige Teile von Anfang an wegzulassen,wie zum Beispiel die komplette Bewaffnung und der Kugelturm an der Rumpfunterseite. Bei meinem Modell schloss ich die Bombenschächte und ersparte mir so die gesamte Innenbemalung bis auf den Cockpit-, Drehturm- und Bugbereich.

Gute Passgenauigkeit, leichter Bau
Mit der hauseigenen Küchenwaage wog ich mir die vorgeschriebenen 90 Gramm Buggewicht aus einer dünnen Bleiplatte ab. Diese zerkleinerte ich so, dass ich die  Teile in den Bugfahrwerkraum kleben konnte. Der Rest landete hinter dem Cockpit unterhalb des Turms auf der Oberseite des Rumpfs. Wegen des kurzen Radstands der B-24 muss im Modell relativ viel Buggewicht untergebracht werden.
Der gesamte Bau der Liberator geht leicht von der Hand. Wieder einmal zeigt sich, wie gut die Passgenauigkeit dieser Bausätze ist. Rumpf mit Leitwerk und die beiden Flügel werden separat gefertigt, da sie dann besser zu lackieren und vor allem die Decals leichter aufzubringen sind. Die winzigen Seitenfenster im Rumpf werden erst nach Fertigstellung der Farbgebung mit Revell-Glaskleber eingesetzt.
Als Erstes bekam die Liberator eine Grundierung, damit etwaige Stellen zur Nachbesserung sichtbar werden. Zur Lackierung benutzte ich das Insignia Yellow 13538 von XTRA-Color wie in der Anleitung angegeben. Die Bereiche mit der rotvioletten Farbe mischte ich mir analog zu den Decals aus den Farbtönen Rot und Violett im Verhältnis 70:30. Dies entspricht recht genau dem Farbton des Abziehbildes. Hiermit werden die Lüfterklappen der Motoren, der Bug und die Motorfrontseiten bemalt. Die Decals lassen sich sehr gut aufbringen – bis auf die Zacken um die Motorverkleidungen. Diese benötigen Geduld und Zeit. Hätte ich vorher gewusst, was mich da erwartet, hätte ich mir Abdeckungen zurechtgeschnitten und das Ganze ebenfalls lackiert. Bei dieser B-24 darf man die Zeit für die Abziehbilder nicht unterschätzen, da die unzähligen Punkte sehr zeitraubend sind. Die Alterung der Liberator fällt dieses Mal etwas ausgiebiger aus, da es sich beim Original immer um eine Maschine handelte, die für den normalen Bombereinsatz nicht mehr zu gebrauchen war. Mit Künstlerfarben und Radierstift »behandelte« ich die Maschine, um sie etwas abgenutzt erscheinen zu lassen. Als der Viermot dann endlich vor mir stand, zeigte sich eine tolle und diesmal sehr farbenfrohe Maschine, die das Herz jedens B-24-Fans höher schlagen lässt. Wir danken der Faller für diesen Farbklecks in der sonst so getarnten Modellflugzeugwelt. 

Othmar Hellinger
FLUGZEUG CLASSIC Autor Othmar Hellinger ist Miglied des Plastik-Modellbau-Clubs Erding (www.plastik-modellbau-club-erding.de)

 
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