Bilderschatz aus der Zwischenkriegszeit

Es hat uns ganz besonders überrascht und gefreut, als wir von Prof. Dr. Naftali Kadmon aus Jerusalem einen dicken Brief mit schönen und seltenen Fotos aus den Anfängen der deutschen Sportfliegerei der 1920er-Jahre erhalten haben.

Wie kamen diese seltenen Fotos nach Israel? Die Vorgeschichte dazu reicht bis in die 1930er-Jahre zurück. Der am 27. Januar 1889 in Breslau geborene Rudolf Feige diente im Ersten Weltkrieg als Meteorologe in einer Zeppelin-Abteilung. Nach dem Kriegsende wurde er Direktor des Meteorologischen Observatoriums und Instituts in Krietern bei Breslau. Dort war er bis in die frühen 1930er-Jahre tätig und arbeitete auch eng mit Segelfliegern und dem bekannten Segelflug-Meteorologen Walter Georgii zusammen. Mit ihm hat Rudolf Feige auch die Standwellentheorie und den Wellenflug erforscht.

Das Observatorium hatte sogar eigene Wetterflugzeuge betrieben, wobei es sich um ausgemusterte Schul- und Kampfflugzeuge des Ersten Weltkriegs handelte. Das erste war eine LVG B III mit dem Kennzeichen D-181 und dem Namen Meteor I, die am 29. Oktober 1921 zugelassen und mindestens noch bis Februar 1928 im Einsatz war. Die zweite Maschine war vermutlich die Halberstadt CL IV, D-182, welche auf einer Gruppenaufnahme des Observatoriums im Hintergrund zu sehen ist. Sie hat die gleiche zweifarbige Bemalung am Rumpf wie die LVG B III.

1935 kam Feige an der Spitze einer Delegation von Fliegern, Meteorologen und Flugzeugbauern in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina, das heutige Israel, um an der zweiten Maccabiade in Tel Aviv teilzunehmen, was das jüdische Gegenstück zur Olympiade war. Die Gruppe brachte auch zwei Grunau-Baby-Segelflugzeuge mit, die den Grundstock des organisierten Segelflugsports in Palästina bildeten.

Rudolf Feige wanderte schließlich aus Deutschland aus und wurde 1937 zum Direktor des Palestine Meteorological Service. Er kam am 25. Mai 1948 bei einem arabischen Bombenanschlag ums Leben. Sein Sohn Rudolf Feige wurde später ebenfalls Meteorologe und hat Professor Dr. Kadmon einige historische Flugzeugfotos aus dem Nachlass seines Vaters überlassen. Die meisten Fotos stammen von Flugzeugtypen der Firmen Diet rich-Gobiet und Udet. Hinzu kommen noch einzelne Bilder von Dornier Komet III, Raab-Katzenstein Kl Ic und Junkers F 13.

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