Lockheed F-104 »Starfighter«

Ich traf Manfred Jacob in einer einmotorigen Schulmaschine. Er war dabei, sich wieder »einzu­fummeln«, wie er sagte. Wieder? Ja, er habe vor 32 Jahren zuletzt ein Flugzeug geflogen. Aha, und was war das damals so? »F-104 Starfighter«. Von Helmuth Lage

Wie kaum ein anderes Flugzeug in der Geschichte der Luftfahrt wird dieser faszinierende Jäger auch 20 Jahre nach seiner Ausmusterung noch immer von allen verehrt und geliebt, die ihn einmal fliegen durften. Ein richtiger Pilot sitzt immer auf der Achse – der Längsachse seines Flugzeugs. Eine klare Aussage von Manfred Jacob, der sich am liebsten um die drei Achsen der Lockheed F-104 G drehte, seinem Starfighter.

Und auch heute, ein Jahr nach unserer ersten Begegnung, sitzt er wieder auf der Achse, genau vor mir in seiner Ferrari-roten Jak-52. Er hat es wieder geschafft, geht es mir durch den Kopf, zum zweiten Mal in seinem fliegerischen Leben geschafft, Visionen zu realisieren; ich spüre, wie er wieder voll in seinem Element ist. 

Side by side zu sitzen ist nicht sein Ding. An einem Steuerhorn zu drehen schon gleich gar nicht. Auf das Thema Sidestick und Fly by wire habe ich ihn gar nicht erst angesprochen. Manfred Jacob ist kein Pilot für das Abspulen endloser Airways. Jeder Geradeausflug ist ihm ein Greuel. Für ihn bedeutet Fliegen Action, Turns und Turnen. Und tatsächlich begann mit Kunstturnen, was zum Kunstflug führte.

Aus der engen Turnhalle ging es in den weiten Luftraum über Texas. Good bye Salto und Flic Flac, hello Steep Turns und Loopings. Aus dem Sportdress wurde die Anti-g-Hose, die Turnhalle hieß jetzt TRA – Temporary Reserved Airspace, die für die Militärs reservierte Box für das Luftkampftraining.Cessna T 37 und Northrop T 38 hießen die ersten Jettrainer auf der Sheppard Airforce Base in Wichita Falls, Texas. Mit einem großen Ziel vor Augen wurde trainiert und gefightet. Nicht nur eine Frage des fliegerischen Könnens, sondern auch der Konzentrationsfähigkeit und bei Kurvenbelastungen von bis zu sieben g, dem siebenfachen Eigengewicht, auch der physischen Belastbarkeit. Kein Problem für einen trainierten Sportler.

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Fotos: H. Lage/M. Jacob/J. Voggenreiter
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