Gustav-Otto-Doppeldecker von 1912

In der Schleißheimer Dependance des Deutschen Museums wird ein Stück bayerischer Luftfahrtgeschichte wieder zum Leben erweckt: der Gustav-Otto-Doppeldecker. Wir haben uns das ehrgeizige Projekt angesehen
Stefan Bartmann

Als sich der Freistaat Bayern noch ein eigenes Militär leistete, zählte dieser robuste Doppeldecker aus den Münchner »Flugmaschinenwerken Gustav Otto« zu den ersten Anschaffungen der jüngst gegründeten Bayerischen Fliegertruppe. Das war 1912. Die Abnahmekommission hob die saubere Verarbeitung der Apparate hervor… Heute zeugen nur mehr Fotos und Dokumente von der Existenz dieses reizvollen und herrlich unpraktischen Flugzeugs.

Ein knappes Jahrhundert später kann man sich eine Vorstellung vom Schneid der ersten bayerischen Militärpiloten machen. Nach rund fünf Jahren Bauzeit nimmt nämlich die bestechend akkurate Reproduktion des Otto-DD ihre raumfüllenden Formen an. Keine Attrappe, versteht sich, sondern flugfähig!

Der Ort, an dem das Projekt seine Umsetzung erfährt, könnte idealer gar nicht sein: die Historische Flugwerft Schleißheim mit ihrer so genannten »Gläsernen Werkstatt«, bekanntlich die aviatische Außenstelle des Deutschen Museums. Nirgendwo sonst waren vor 1914 so viele Otto-Flugzeuge auf einem Fleck vereint wie dort.

Seiten

Nachbau Otto-Doppeldecker von 1912
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Curtiss P-40C

In China glänzte die P-40 bei den »Flying Tigers« gegenüber den japanischen Jägern und Bombern, während sie in Russland zum reinen Arbeitstier degradiert wurde. Die... mehr >

Lockheed F-104 »Starfighter«

Ich traf Manfred Jacob in einer einmotorigen Schulmaschine. Er war dabei, sich wieder »einzu­fummeln«, wie er sagte. Wieder? Ja, er habe vor 32 Jahren zuletzt ein... mehr >

Neuer Stern am Warbirdhimmel

Klein, aber oho! Im Frühjahr 2009 fand eine echte Rarität ihren Weg nach Deutschland: eine von weltweit nur sechs flugfähig restaurierten Polikarpov I-16 »Ishak«. Von... mehr >

Das könnte Sie auch interessieren