Do-X-Unglück auf der Donau

Zwei spektakuläre Transatlantikflüge, Stationen in Rio und New York – das zwölfmotorige Flugschiff Dornier Do X ist der »Jumbo« der 1930er-Jahre. Text: JÖRG-M. HORMANN/MAW

Januar 1933, es weht der neue politische Wind in Deutschland.
Auch für das Prestigeflugzeug dieser Jahre, die zwölfmotorige Dornier Do X. Claude Dornier, Flugbootfabrikant aus Friedrichshafen am Bodensee, entwarf ab 1924 das Flugschiff.

Mit 48 Metern Spannweite, einem Schiffsrumpf mit drei Decks und weit über 40 Tonnen Startgewicht ein wahrer Jumbo seiner Zeit. Drei Flugschiffe des Typs Do X entstehen in einer eigens errichteten Flugzeugfabrik in Altenrhein am Schweizer Bodenseeufer. Der erste Rollversuch auf dem Bodensee der Do X am 12. Juli 1929 gerät zum überraschenden Erstflug des »Luftriesen«.

Bis in den Sommer 1932 hinein produzieren das Flugschiff und seine Besatzung Schlagzeilen in der deutschen und internationalen Presse. Sein Weg durch Europa an der westafrikanischen Küste enlang mit dem Sprung über den Südatlantik nach Brasilien und ihr Flug von Rio de Janeiro nach New York sind Luftfahrtgeschichte und Geschichten für sich.

Doch durch die Weltwirtschaftskrise geraten die Pläne von Claude Dornier zur Vermarktung des Flugschiffes in den USA zum Fiasko. Die Do X muss zurück nach Deutschland. Am 24. Mai 1932 landet sie auf dem Müggelsee bei Berlin, die wirtschaftlich wie politisch gebeutelten Menschen feiern ihre Do X und ihre Besatzung. Beim anschließend perfekt organisierten »Deutschlandflug« mit 25 Haltestationen recken Millionen die Köpfe in den Himmel, wenn sie vorbeiliegt; Hunderttausende besichtigen das Flugschiff an der Ost- und Nordseeküste, in rheinischen Großstädten sowie in Zürich. Von ihrem Erlebnis Do X können etliche Großeltern noch heute berichten.

Im Dienst der Luft Hansa
Ab Frühjahr 1933 sollte der Erfolg mit dem Motto »Wir sind wieder wer in der Welt« mit anderem Vorzeichen wiederholt werden. Bis dahin betrieb die Deutsche Flugschiff Gesellschaft, eine Gründung der Dornier GmbH, die »reichseigene« Do X.

Durch Weisung des Reichskommissars der Luftfahrt, Hermann Göring, wird die Do X ab dem 30. April 1933 der Deutschen Luft Hansa AG (DLH) zum Betrieb überstellt. Die DLH plant für das Flugschiff einen Europaflug im Laufe des Jahres, die erste Etappe führte vom Bodensee aus über den Starnberger See nach Passau, die Donau abwärts nach Wien und dann bis Budapest.

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