Bloch MB 151 und MB 152

Grundsolides Konzept, stark bewaffnet und robust. Dass Marcel Blochs Frontjäger beim Kampf um Frankreich dennoch nicht voll zum Zug kamen, lag an ihren zu schwachen Motoren

 Frankreichs Militärflieger waren bis Anfang der 1930er-Jahre arg ins Hintertreffen geraten. Dabei litt die einst beste Luftstreitmacht der Welt keineswegs an technisch minderwertigem Material – im Gegenteil. Frankreichs Luftfahrtindustrie steckte zwar selbst in der Krise, brachte aber durchaus leistungsfähige Produkte hervor. Die Krux lag vielmehr bei Politik und militärischer Führung. Die eine nutzte die »Aviateurs« im Rahmen wechselnder Regierungsbündnisse für eigene Ziele, während die anderen die ihnen oft unbequeme Truppe mit allen Mitteln klein hielten.

Adäquate Modernisierungsmaßnahmen ließen sich deshalb meist nur halbherzig durchführen – nicht zuletzt aufgrund klammer Staatskassen. Gegenüber dem Erzfeind Deutschland setzten Armee und Politiker auf die Wirksamkeit des Versailler Vertrags und befestigte Grenzen. Erst Hitlers Machtergreifung rüttelte Frankreich langsam wach, wobei jedoch viel wertvolle Zeit verstrich, ehe die technische Aufrüstung wirklich in Schwung kam. Als eine der ersten Maßnahmen gab der Service Technique Aéronautique am 13. Juli 1934 die Ausschreibung für ein neues C1 Flugzeug (Chasse 1, einsitziger Jäger) mit Einziehfahrwerk heraus. Dessen Serienfertigung sollte ab November 1936 beginnen.

An jenem lukrativ erscheinenden Auftrag zeigte auch die Société des Avions Marcel Bloch Interesse. Das 1928 gegründete Unternehmen hatte sich rasch mit Transport- und Passagiermaschinen einen guten Ruf erworben. Hervorragende Verkaufsergebnisse erlaubten es, das Werk zu erweitern und den Firmensitz 1932 nach Courbevoie im Nordwesten von Paris zu verlegen. Ein Jahr später eroberte sich Bloch mit seinem Bomber MB 200 endgültig einen festen Platz beim Militär. Und für das Nachfolgemuster MB 210 war ihm ebenfalls 1935 ein Großauftrag sicher. Bloch, der unternehmerischen Weitblick besaß, hatte sich schon im Vorjahr für die Serienfertigung seiner Bomber mit Henry Potez zusammengetan und eine Produktionsgemeinschaft ins Leben gerufen. Die C1-Ausschreibung bot nun weitere Gelegenheit, noch stärker ins Rüstungsgeschäft einzusteigen.

Seiten

Bloch MB 151 und MB 152
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Curtiss P-40C

In China glänzte die P-40 bei den »Flying Tigers« gegenüber den japanischen Jägern und Bombern, während sie in Russland zum reinen Arbeitstier degradiert wurde. Die... mehr >

Lockheed F-104 »Starfighter«

Ich traf Manfred Jacob in einer einmotorigen Schulmaschine. Er war dabei, sich wieder »einzu­fummeln«, wie er sagte. Wieder? Ja, er habe vor 32 Jahren zuletzt ein... mehr >

Neuer Stern am Warbirdhimmel

Klein, aber oho! Im Frühjahr 2009 fand eine echte Rarität ihren Weg nach Deutschland: eine von weltweit nur sechs flugfähig restaurierten Polikarpov I-16 »Ishak«. Von... mehr >

Das könnte Sie auch interessieren