Ein Frühlingsmärchen: Die Flugshow in La Ferté-Alais 2010

Ein runder Geburtstag, eine Dreierformation der besonderen Art und tadelloses Wetter: So
feierte man im Mai die Luftfahrt auf der legendären Flugshow in Frankreich! Text: Dr. A. Zeitler

 Schier endlose, zumeist schnurgerade, mautpflichtige Autobahnkilometer dürften den Weg für die meisten deutschen Airshowbesucher zu der Veranstaltung »Temps des Hélices« (»Zeit der Propeller«) an Pfingsten in La Ferté-Alais geprägt haben. Verlässt man die Straße im Süden von Paris und begibt sich auf eine der vielen Alleen, so erblickt man bald die Hochebene bei Cerny, auf der sich der gleichnamige Flugplatz befindet. In diesem Jahr präsentierte er sich umgeben von satten grünen und rapsgelben Feldern und unter einem weiß-blauen Himmel – die perfekten Bedingungen, um eine gelungene Auftaktveranstaltung der Flugshowsaison 2010 erleben zu können.

»C’était une fois …« – »Es war ein-mal …«, treffender als mit diesen einfachen, aber doch so passenden Worten hätte Bernhard Chabbert den Einstieg in seine Moderation des Flugprogramms kaum finden können. Bevor das Airshow-Märchen bei traumhaftem Wetter auf dem Hochplateau von La Ferté-Alais bei den Anfängen der Luftfahrt begann, wurde gefeiert: der 100. Geburtstag der Aeronavale, der französischen Marineflieger.

Obwohl die »Aéronautique Navale« erst 1912 durch ein Dekret des französischen Präsidenten offiziell gegründet wurde, erhoben sich die ersten Soldaten der Marine schon zwei Jahre zuvor in die Lüfte. Denn bereits 1910, nur wenige Monate, nachdem Louis Blériot in seinem Eindecker den Ärmelkanal überquert hatte, entsandte die französische Marineführung sieben Offiziere zu verschiedenen Flugzeugherstellern, um den Einsatz von Flugzeugen für die Kriegsführung zur See beurteilen zu können – und damit waren die ersten Schritte für die Piloten der Marineflieger getan. Im gleichen Jahr erwarb man ein Flugzeug der Brüder Farman, 1911 gründete man die ersten Flugplätze in Toulon, Brest, Cherbourg und Saint-Raphael.

Außerdem wurde der Kreuzer »Foudre« für die Aufnahme von Wasserflugzeugen modifiziert. Natürlich war man damit noch weit von den heutigen schwimmenden Festungen entfernt, doch die ersten Vor-aussetzungen zu einer weitreichenden Verwendung von Flugzeugen und Hubschraubern bei den Seestreitkräften waren geschaffen.

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